X-37 Zweites Mini-Shuttle aus dem All zurück

Das amerikanische Mini-Shuttle "X-37B" ist nach 15 Monaten zurück aus dem All. Dort experimentierte das Militär mit dem unbemannten Raumschiff - unter strengster Geheimhaltung. Kritiker befürchten, dass das Projekt eine neue Stufe in der Weltraumrüstung markiert.

AP/ U.S. Air Force

Los Angeles - Das unbemannte Mini-Shuttle "X-37B" ist von einem mehr als einjährigen Testflug zurückgekehrt. Das militärische Forschungsraumschiff landete am frühen Morgen (Ortszeit) auf einer kalifornischen Militärbasis, teilte die US-Air Force mit. Das Shuttle war am 5. März 2011 mit einer Atlas-V-Rakete von Cape Canaveral aus gestartet und hatte die Erde mehr als 7000 Mal umkreist.

Mit dem Ende der Space Shuttle-Flotte biete das "X-37B"-Programm eine einzigartige Möglichkeit, um Weltraumtechnologie zu entwickeln, sagte Projektleiter Tom McIntyre. In der Zeit seien mit dem Shuttle Experimente im Orbit durchgeführt worden. Was für Tests genau, verriet das Militär nicht. Auch die Ladung des Shuttles blieb geheim. Kritiker sehen das Projekt als möglichen Beginn eines Rüstungswettlaufs im Weltraum.

Das Pentagon übernahm das Shuttle-Programm

Es begann, wie so oft bei militärischen Projekten, in der Wissenschaft: Die US-Weltraumbehörde Nasa suchte nach einem unbemannten, wiederverwendbaren Raumgleiter. Das Ergebnis war die "X-37": ein Mini-Raumschiff, einem Space Shuttle nicht unähnlich, aber wesentlich kleiner. 2004 aber übernahm das Pentagon das Projekt von der Nasa, inzwischen ist es beim Rapid Capabilities Office der U.S. Air Force angesiedelt. Dessen Aufgabe: die Entwicklung und Einführung neuer Waffensysteme.

2010 wurde das erste Exemplar der "X-37B" an Bord einer "Atlas-V"-Rakete ins All geschossen. "Es ist großartig, die 'X-37' endlich ins All zu schicken", hatte Gary Payton, stellvertretender Unterstaatssekretär für Weltraumprogramme der Air Force, bei einer Telefon-Pressekonferenz vor dem Start gesagt.

Angst vor dem Beginn der Weltraum-Militarisierung

Die "X-37B" ist nur rund neun Meter lang und fünf Tonnen schwer, kann aber laut Payton in ihrem Laderaum beispielsweise mehrere kleine Satelliten von jeweils einigen hundert Kilogramm mitführen. Manche Rüstungsexperten argwöhnten allerdings, dass der Start der "X-37B" - auch Orbital Test Vehicle (OTV) genannt - den Beginn der Militarisierung des Weltraums markiert. Zum einen wird allgemein bezweifelt, dass die Air Force in Zeiten knapper Kassen und zweier aktueller Kriege mehrere hundert Millionen Dollar in ein fliegendes Labor stecken würde.

Harvard-Astrophysiker Jonathan McDowell, der auf seiner Internetseite regelmäßig Raketen- und Satellitenstarts nachverfolgt, vermutete, dass während des Testflugs womöglich neues Überwachungsequipment getestet werde. US-Militärspezialisten hatten zuvor betont, dass das Shuttle die Satellitenüberwachung von Konfliktregionen ergänzen könnte.

Die Test gehen indes weiter: Während das gerade zurückgekehrte Shuttle zunächst am Boden bleibt, soll das Zwillingsmodell noch in diesem Jahr zu einem weiteren Flug starten. Das genaue Datum stand zunächst noch nicht fest.

nik/usp/Reuters/AP

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MrStoneStupid 17.06.2012
1. Automatisierte Eroberung des Weltraums?
Das wäre sehr schlau, denn für eine große Raumstation muss man als erstes viel Material in den Orbit bringen und da müssen nicht jedesmal Menschen mitfliegen. Große Raumschiffe müssen im Weltraum montiert werden und da ist es sehr hilfreich, wenn Material automatisiert in den Orbit geflogen werden kann. Menschen sind ein erheblicher Zusatzaufwand, der viel Zeit und Geld kostet - es ist viel schlauer, das Geld in KI und Robotik zu investieren, denn Roboter brauchen nur Strom, können lange Zeit deaktiviert sein und sind leichter ersetzlich. Das Risiko einer hocheffizienten Eroberung des Weltraums ist eine Überforderung des Staates: es sind beträchtliche Mengen Energie erforderlich, zuerst hat man vor allem hohe Kosten und kaum Gewinn. Ein Staat darf daher nicht zu viele Ressourcen für die Weltraumeroberung investieren, darf nicht die Entwicklung von Staat und Gesellschaft vernachlässigen. Nur ein guter und intakter Staat ist leistungsfähig, daher muss ein guter Staat das erste Ziel sein. (alles imho)
spiralartig 18.06.2012
2. @Mr.StoneStupid
Soll das ein Schildbürgerstreich sein? - "Nur ein guter und intakter Staat ist leistungsfähig, daher muss ein guter Staat das erste Ziel sein." - Auch wenn seine Bürger verdummte Schildbürger sind?
mister-smash 18.06.2012
3.
Zitat von MrStoneStupidDas wäre sehr schlau, denn für eine große Raumstation muss man als erstes viel Material in den Orbit bringen und da müssen nicht jedesmal Menschen mitfliegen. Große Raumschiffe müssen im Weltraum montiert werden und da ist es sehr hilfreich, wenn Material automatisiert in den Orbit geflogen werden kann. Menschen sind ein erheblicher Zusatzaufwand, der viel Zeit und Geld kostet - es ist viel schlauer, das Geld in KI und Robotik zu investieren, denn Roboter brauchen nur Strom, können lange Zeit deaktiviert sein und sind leichter ersetzlich. Das Risiko einer hocheffizienten Eroberung des Weltraums ist eine Überforderung des Staates: es sind beträchtliche Mengen Energie erforderlich, zuerst hat man vor allem hohe Kosten und kaum Gewinn. Ein Staat darf daher nicht zu viele Ressourcen für die Weltraumeroberung investieren, darf nicht die Entwicklung von Staat und Gesellschaft vernachlässigen. Nur ein guter und intakter Staat ist leistungsfähig, daher muss ein guter Staat das erste Ziel sein. (alles imho)
Ich denke der Leistungsfähigste Staat der Geschichte war wohl weniger gut und redlich. ;)
denkdochmal 18.06.2012
4. Immere daran denken!
"Kritiker befürchten, dass das Projekt eine neue Stufe in der Weltraumrüstung markiert. " Das Gute ist, daß Menschen tun, was sie tun können. Das Schlechte ist, daß sie tun, was sie tun können.
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