Zwergplanet Pluto errötet im Sommer

Pluto kreist am äußersten Rand des Sonnensystems - so weit von der Erde entfernt, dass sich bisher nur vermuten ließ, wie es auf der Oberfläche des Zwergplaneten aussieht. Jetzt aber zeigen neue Bilder eine dynamische Welt aus Eis und Stein.


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Pluto: Eisige Welt aus Eis und Stein
Pluto zieht in den dunklen Tiefen des Weltalls seine Bahn. Kaum ein Lichtstrahl dringt dorthin, die Sonne steht als schwächlich schimmernde Scheibe am Himmel. Die US-Weltraumbehörde Nasa liefert nun dennoch scharfe Bilder aus der Finsternis. Sie zeigen eine gesprenkelte, schlammfarbene Kugel mit weißen, orangefarbenen und schwarzen Flecken von jeweils mehreren hundert Kilometern Breite. Die Farben wurden zwar am Computer erzeugt, und das Muster ist zu grob, um Einzelheiten an der Oberfläche ausmachen zu können. Es dokumentiert gleichwohl eine dynamische Welt aus Eis und Stein.

Zwischen 2002 und 2003 ist Plutos Norden demnach heller geworden. Insgesamt erscheint er deutlich röter, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa berichtete. Vermutlich seien die Farbveränderung Folge saisonaler Schwankungen der schwachen Sonneneinstrahlung: Auf seiner 248 Jahre währenden Bahn um die Sonne taue Methaneis und gefriere andernorts. Sommerliches Wetter stellt sich allerdings nicht ein: Auf der Oberfläche von Pluto, der 4,4 bis 7,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt ist, herrschen auch im Sommer Temperaturen von unter minus 200 Grad Celsius. Astronomen vermuten auf dem Pluto Eisvulkane, die flüssigen Stickstoff speien.

Die neuen Bilder seien so detailliert, als könne man aus mehr als 60 Kilometern Entfernung das Muster auf einem Fußball erkennen, erläuterte die Nasa. Sie wurden mit einer speziellen Technik aus mehreren "Hubble"-Aufnahmen aus den Jahren 1994, 2002 und 2003 errechnet. "Das hat vier Jahre gedauert und 20 Computer kontinuierlich und gleichzeitig beschäftigt", sagte Forschungsleiter Marc Buie vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Staat Colorado).

Die Bilder sollen beim Anflug der Raumsonde "New Horizon" in fünf Jahren helfen, die interessantesten Regionen zu erkunden. Die Sonde soll sich dem Himmelskörper bis auf 10.000 Kilometer nähern - und weitere Geheimnisse der fremden Welt lüften.

Seinen Planeten-Status wird Pluto indes auch bei näherer Inspektion nicht zurück bekommen, dafür ist er schlicht zu klein. Die Internationale Astronomische Union hatte Pluto 2006 zum Zwergplaneten degradiert. Daraufhin gab es weltweit eine vergebliche Kampagne mit dem Ziel, ihn wieder zum Planeten zu befördern.

boj/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
yomow 05.02.2010
1. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Das Bild im Artikel ist leider alles andere als scharf ;)
DonCarlos 05.02.2010
2. getürkt
Zitat von yomowDas Bild im Artikel ist leider alles andere als scharf ;)
Dafür ist der Rand des ehemaligen Planetens um so schärfer.
mavoe 05.02.2010
3. Pluto
Zitat von sysopPluto kreist am äußersten Rand des Sonnensystems - so weit von der Erde entfernt, dass sich bisher nur vermuten ließ, wie es auf der Oberfläche des Zwergplaneten aussieht. Jetzt aber liefert das Weltraumteleskop "Hubble" neue Bilder. Sie zeigen eine dynamische Welt aus Eis und Stein. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,676107,00.html
Oh ist das nicht der Himmelskörper, der vor 2006 einmal ein Planet war und dann vom erlauchten Kreis der "echten" Planeten gestrichen wurde? Welcher nun zum Kreis Zwerg- oder Kleinplaneten gehört, sowie auch Ceres im Asteroidengürtel? Mich hat der ehrlichgesagt schon als Kind gestört mit seiner komischen Bahn. Aber interessant ist das schon mit seiner plötzlichen Rotfärbung. Ist wohl da jetzt ne neue Jahreszeit ausgebrochen auf seiner 250 "jährigen" Umlaufbahn.
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