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Belarus feiert 75. Jahrestag des Kriegsendes mit Militärparade

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VASILY FEDOSENKO/ REUTERS

Trotz Corona-Pandemie Weißrussland hält Militärparade zum Sieg über Nazideutschland ab

Die Soldatinnen und Soldaten marschierten ohne Virenschutz, Tausende Zuschauer standen dicht gedrängt: Trotz Corona hat Weißrussland 75 Jahre Kriegsende mit einer Parade gefeiert - als einziges Land weltweit.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die größte Militärparade in seinem Land nach langem Hin und Her verlegt. Zu groß die Gefahr, dass sich das Coronavirus bei dem Festakt zum 75. Jahrestag des Sieges über Nazideutschland ausbreitet. Schon bei einer Probe vor ein paar Wochen hatten sich zahlreiche Soldaten angesteckt. Den Präsidenten des Nachbarlands Weißrussland, Alexander Lukaschenko, schreckt das nicht.

Die Ex-Sowjetrepublik hat trotz der Pandemie als einziges Land weltweit eine riesige Militärparade zur Feier des Sieges über Nazideutschland begangen. "Der Feiertag ist uns heilig", sagte Lukaschenko in Paradeuniform in Minsk. Er wandte sich in seiner Rede auch an Kritiker der Parade: "Wir können nicht anders", sagte er. Das sei Weißrussland den Opfern des Zweiten Weltkrieges schuldig. "Sie alle wollten leben, aber starben, damit wir leben."

Die Parade sei "keine Demonstration der Stärke, sondern ein Gedenken an die heroische Geschichte", so der autoritär regierende Staatschef. Der 9. Mai ist in Weißrussland wie im Nachbarland Russland einer der wichtigsten Feiertage des Jahres.

Kampfflugzeuge und Viren in der Luft

In der Hauptstadt Minsk marschierten Tausende Soldaten ohne Virenschutz dicht an dicht durch das Zentrum, wie auf Bildern eindrücklich zu sehen ist:

Auch der berühmte sowjetische Weltkriegspanzer T-34 fuhr durch die Stadt - neben anderem schweren Kriegsgerät, darunter neuere Raketen. Am Himmel flogen Hubschrauber und Kampfflugzeuge. Auf einer festlich geschmückten Tribüne saßen mit Weltkriegsorden dekorierte Veteranen und ihre Angehörigen. Die wenigsten trugen Mund- und Nasenschutz.

Tausende Zuschauer, darunter Kinder und ältere Menschen, verfolgten bei sonnigem Wetter und Orchestermusik die Parade vom Straßenrand aus. Neben Freude über den historischen Sieg gab es auch Tränen der Trauer um die Opfer. Den ganzen Tag waren in dem Land festliche Massenveranstaltungen geplant - trotz Warnungen auch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer Ausbreitung des Virus.

Auch insgesamt geht das Leben in dem Land zwischen dem EU-Mitglied Polen und Russland im Grunde wie gewohnt weiter. Lukaschenko hatte die Einschränkungen in anderen Ländern immer wieder als Panikmache bezeichnet. Sein Land komme gut zurecht mit der Versorgung von Kranken. Weißrussland lasse sich nicht unterkriegen, sagte er.

apr/dpa
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