Rassismusdebatte in den USA Abfällige Bemerkung zu Ureinwohnern – CNN feuert Rick Santorum

Der Fernsehsender CNN hat sich vom ultrakonservativen Ex-Senator Rick Santorum getrennt. Seine Kommentare, sagte der Republikaner, entsprächen wohl nicht den »Gewohnheiten« des CNN-Publikums.
Ex-Senator und nun auch Ex-Kommentator von CNN: Rick Santorum

Ex-Senator und nun auch Ex-Kommentator von CNN: Rick Santorum

Foto: Seth Wenig/ AP

Der US-Fernsehsender CNN hat seine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Senator Rick Santorum wegen abfälliger Bemerkungen zur Kultur von amerikanischen Ureinwohnern beendet. Santorum war für CNN als politischer Kommentator tätig.

Der frühere republikanische US-Senator hielt im April eine Rede auf einer Veranstaltung der konservativen Organisation Young America's Foundation. Dort erklärte er: »Wir haben eine Nation aus dem Nichts geboren. Ich meine, hier war nichts. Ich meine, ja, wir haben zwar Indianer, aber ehrlich gesagt existiert in der amerikanischen Kultur nicht viel Kultur der amerikanischen Ureinwohner.«

Daraufhin hatte die Native American Journalists Association indigene Journalisten in den USA aufgefordert, nicht mehr mit dem Sender zusammenzuarbeiten. Zudem forderte die Organisation die Entlassung von Santorum.

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CNN zog am Samstag die Konsequenzen und trennte sich vom Ex-Senator. »Als ich bei CNN anfing, war mir klar, dass meine Kommentare nicht das sind, was der typische CNN-Zuschauer normalerweise gewöhnt ist«, so Santorum auf Twitter. »Ich schätze die Gelegenheit, die CNN mir in den letzten vier Jahren geboten hat.«

Bereits Anfang Mai hatte Santorum seine Aussagen relativiert. In der Sendung »Cuomo Prime Time« erklärte er, sich »falsch ausgedrückt« zu haben. »Die Art und Weise, wie wir Indianer behandelt haben, war schrecklich. Das widerspricht allem, wofür ich im Kongress jemals gekämpft habe«, sagte er CNN.

Als Präsidentin des National Congress of American Indians kommentierte Fawn R. Sharp den Rückzug auf Twitter mit Genugtuung: »Es ging nicht um das Ob, sondern nur um das Wann.« Damit sei »der Gerechtigkeit gedient«.

Der als ultrakonservativ geltende Rick Santorum war 2016 als Kandidat für den US-Präsidentschaftswahlkampf im Rennen um das Weiße Haus angetreten. Er stieg aber schon relativ früh aus und unterstützte dann den republikanischen Kandidaten Marco Rubio. Santorum ist auch bekannt wegen seiner kritischen Haltung zur Eheschließung von Homosexuellen und homophober Äußerungen.

sug/reuters
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