Über Schwelle von 270 Stimmen Abstimmungen der Wahlleute bestätigen Bidens Wahlsieg

Rund sechs Wochen ist die US-Präsidentenwahl her. Nun haben die Abstimmungen der Wahlleute in allen Bundesstaaten den Sieg des Demokraten Joe Biden über Amtsinhaber Donald Trump bestätigt.
Joe Bidens Sieg bei der Präsidentschaftswahl wurde bestätigt

Joe Bidens Sieg bei der Präsidentschaftswahl wurde bestätigt

Foto: Isaac Brekken/ AP

Die Wahlleute in den USA haben den Sieg der Präsidentschaftswahl von Joe Biden bestätigt. Das teilte die Nachrichtenagentur Reuters mit. Mit dem Staat Kalifornien hatte Biden damit die erforderlichen 270 Stimmen. Im Laufe des Abends meldeten verschiedene US-Sender dann, dass Biden tatsächlich alle 306 Stimmen der Wahlleute bekommen hat, die ihm seit der Wahl im November theoretisch zugestanden haben.

Es gab demnach keine Abweichler im sogenannten Electoral College, die gegen den eigenen Kandidaten stimmen oder sich der Stimme enthalten. Bei der letzten Wahl 2016 waren es immerhin noch sieben »untreue Wahlleute« gegeben. Donald Trump kommt lediglich auf 232 Stimmen – und klammert sich dennoch ans Amt .

Biden selbst äußerte sich am Abend. »Die Flamme der Demokratie wurde in dieser Nation vor langer Zeit entzündet«, sagte der Demokrat in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. »Und wir wissen jetzt, dass nichts – nicht einmal eine Pandemie oder ein Machtmissbrauch – diese Flamme auslöschen kann.«

Insgesamt haben 538 Wahlleute im sogenannten Electoral College über den künftigen US-Präsidenten abgestimmt. Am 6. Januar muss dann der US-Kongress in Washington das Ergebnis dieser Abstimmung offiziell bestätigen. Diesen Prozess wollen Getreue des amtierenden Präsidenten stören, so gut es nur geht.

Wenn nicht noch ein großes Wunder passiert, wird am 20. Januar jedoch Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten eingeschworen. Die Möglichkeiten für Trump, die Wahl vor Gericht anzufechten, hat dieser mehr oder weniger ausgeschöpft. Mit Bidens Vereidigung endet Trumps Amtszeit automatisch, auch wenn er seine Niederlage nicht eingesteht.

Auch vor dem Supreme Court musste Trump einstecken

Die Abstimmung der Wahlleute ist in normalen Wahljahren eine Formalie, weil der unterlegene Kandidat in der Regel noch in der Wahlnacht seine Niederlage einräumt. Trump behauptet aber immer noch ohne jeden Beleg, dass eigentlich er die Wahl gewonnen habe, und sieht sich durch massiven Betrug um seinen Sieg gebracht. Viele Republikaner – darunter die führenden Parteikollegen im US-Kongress – haben Biden öffentlich noch nicht als Wahlsieger anerkannt.

Mit einer Klagewelle haben Trump und seine Verbündeten versucht, das Wahlergebnis zu Gunsten des Amtsinhabers zu kippen. Weder er noch seine Anwälte oder seine Unterstützer haben Beweise oder auch nur Indizien für ihre weitreichenden Vorwürfe vorgelegt. Mehr als 50 Klagen sind bereits gescheitert.

Am Freitag wies auch der Supreme Court in Washington eine Klage ab, mit der Bidens Sieg in vier Bundesstaaten gekippt werden sollte. Trump hatte am Wochenende erklärt, den juristischen Kampf gegen seine Niederlage aber noch nicht aufgegeben zu wollen.

svv/jok/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.