Östlich von Jerusalem Israelische Soldaten erschießen Palästinenser an Grenzübergang

Ein Mann soll mit seinem Auto schnell auf eine Grenzpolizistin zugefahren sein. Israelische Soldaten töteten ihn. Bei dem Erschossenen soll es sich um den Neffen eines palästinensischen Politikers handeln.
Israelische Soldaten bei der Leiche des toten Palästinensers

Israelische Soldaten bei der Leiche des toten Palästinensers

Foto: MUSA AL SHAER/ AFP

Israelische Sicherheitskräfte haben nahe Jerusalem einen Palästinenser erschossen. Der Mann habe versucht, eine Beamtin der Grenzpolizei zu überfahren, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Frau sei leicht verletzt worden.

Der Mann sei an dem Kontrollpunkt in Abu Dis östlich von Jerusalem "schnell" auf eine Grenzpolizistin zugefahren und von ihren Kollegen erschossen worden, sagte der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Bei dem Toten soll es sich nach palästinensischen Angaben um einen Neffen des Generalsekretärs der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Sajeb Erakat, handeln. Der langjährige Nahostunterhändler der Palästinenser sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei "ausgeschlossen", dass sein Neffe Ahmed Erakat an dem Kontrollpunkt einen Anschlagsversuch unternommen habe. Der 27-Jährige habe Ende der Woche heiraten wollen.

Palästinenser werfen offenbar Steine auf israelische Soldaten

In Abu Dis warfen protestierende Palästinenser am Abend Steine auf israelische Soldaten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein, wie AFP-Journalisten berichteten.

Anfang Juni hatten israelische Sicherheitskräfte einen unbewaffneten Palästinenser erschossen. Polizisten sollen gedacht haben, dass der autistische Mann eine Waffe bei sich habe. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte von einer Tragödie gesprochen.

ptz/dpa/afp