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»Wieder haben Kinder den Preis gezahlt« Mehrere Zivilisten bei Angriff auf Kindergarten in Tigray getötet

In der umkämpften äthiopischen Rebellenregion Tigray kamen bei einem Luftangriff am Samstag mehrere Zivilisten ums Leben. Der Konflikt zwischen Rebellen und den Regierungstruppen ist wieder aufgeflammt.
Zerstörter Spielplatz nach einem Luftangriff in Mek'ele

Zerstörter Spielplatz nach einem Luftangriff in Mek'ele

Foto: Tigrai Tv / REUTERS

Bei einem Luftangriff in der umkämpften äthiopischen Rebellenregion Tigray ist nach Uno-Angaben ein Kindergarten in der Regionalhauptstadt Mek'ele getroffen worden. Bei dem Bombenangriff eines äthiopisches Kampfflugzeugs seien gegen ein Uhr (Ortszeit) mehrere Zivilisten, darunter mindestens zwei Kinder getötet und weitere verletzt worden, wie das Kinderhilfswerk Unicef und lokale Medien bekannt gaben. Wieder einmal hätten »Kinder den Preis gezahlt« für die Eskalation des Konflikts im Norden Äthiopiens, erklärte am Samstag Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell.

Nach fünf Monaten relativer Ruhe waren die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen in der Krisenregion Tigray am Mittwoch wieder aufgeflammt. Die Konfliktparteien machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Konflikt begann 2020

Die Rebellen hatten bereits am Donnerstag erklärt, dass Regierungstruppen einen Kindergarten und ein Wohngebiet in der Stadt Mek'ele angegriffen hätten. Die Armee versichert dagegen stets, dass sie nur »militärische Ziele« attackiere. Nun wurde von Unicef bestätigt, dass ein Kindergarten getroffen wurde.

Der bewaffnete Konflikt in Äthiopien hatte im November 2020 mit einer Offensive der äthiopischen Streitkräfte begonnen, nachdem die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront Tigray (TPLF) die Autorität der Zentralregierung immer wieder infrage gestellt hatte. Im März hatten sich beide Seiten nach anderthalb Jahren auf eine Waffenruhe geeinigt, vor allem, um dringend benötigte humanitäre Hilfsgüter in die vom Rest des Landes abgeschnittene Region zu bringen.

Nach aktuellen Uno-Angaben leidet die Hälfte von Tigrays Bevölkerung Hunger. Seit Beginn der Kämpfe wurden den Vereinten Nationen zufolge Tausende Menschen getötet und mehr als zwei Millionen weitere in die Flucht getrieben. Die Uno wirft allen Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

spä

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