Militärischer Konflikt Äthiopischer Rebellenführer gibt Raketenangriff auf Eritrea zu

Am Samstag ist die Hauptstadt Eritreas mit Raketen beschossen worden. Nun hat ein Rebellenführer aus Äthiopien den Angriff zugegeben.
Bewaffnete Kämpfe: Äthiopische Soldaten in der Region Amhara auf dem Weg, um in Tigray gegen die TPLF zu kämpfen

Bewaffnete Kämpfe: Äthiopische Soldaten in der Region Amhara auf dem Weg, um in Tigray gegen die TPLF zu kämpfen

Foto: TIKSA NEGERI / REUTERS

Der Konflikt in der äthiopischen Rebellenregion Tigray hat sich verschärft und droht sich auf das Nachbarland Eritrea auszuweiten. Der Chef der Volksbefreiungsfront TPLF, Debretsion Gebremichael, bestätigte am Sonntag, dass seine Streitkräfte am Vortag den Flughafen in Eritreas Hauptstadt Asmara bombardiert hätten. Zunächst hatten Diplomaten über Raketenangriffe auf Asmara und eine schwere Eskalation der Anfang des Monats ausgebrochenen Kämpfe in der Region berichtet.

Die im äthiopischen Tigray regierende TPLF hatte zuvor bereits mit Raketenangriffen auf Ziele in Eritrea gedroht. Die Volksbefreiungsfront wirft Eritrea vor, die äthiopische Regierung im Konflikt mit der TPLF zu unterstützen. Gebremichael war im September zum Regierungschef in der abtrünnigen Region Tigray gewählt worden. Die Zentralregierung in Addis Abeba hatte die Wahl allerdings nicht anerkannt, was nun zu dem militärischen Konflikt geführt hat.

Seit Jahren gibt es Spannungen in Tigray, weil die TPLF ihrerseits den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed nicht anerkennt, der im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war.

Anfang des Monats war der Konflikt zwischen den Truppen der äthiopischen Zentralregierung in Addis Abeba und den Kämpfern der TPLF dann eskaliert: Seither flohen nach Angaben der sudanesischen Flüchtlingsagentur mindestens 21.000 Äthiopier vor den Kämpfen in den benachbarten Sudan. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete vergangene Woche von einem Massaker an Zivilisten in Tigray mit vermutlich Hunderten Todesopfern.

sbo/Reuters/AFP
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