Konflikt in äthiopischer Region Tigray Regierung meldet Erfolg bei Kampf um Flughafen

In der abtrünnigen Region Tigray haben äthiopische Regierungstruppen laut einem regierungsnahen TV-Sender einen wichtigen Regionalflughafen eingenommen. Die Afrikanische Union forderte ein Ende der Kämpfe.
Mit der Regierung verbündete Kämpfer einer Miliz in Äthiopien

Mit der Regierung verbündete Kämpfer einer Miliz in Äthiopien

Foto: EDUARDO SOTERAS / AFP

Regierungstruppen in Äthiopien haben laut einem Bericht im militärischen Konflikt in der Region Tigray einen Erfolg erzielt. Sie nahmen nach Angaben des staatsnahen Fernsehsenders Fana TV einen strategisch wichtigen Flughafen ein. Er befindet sich in der Stadt Humera, nahe der Grenzen zum Sudan und zu Eritrea.

Ministerpräsident Abiy Ahmed sagte, ein Ende des Armeeeinsatzes in Tigray sei "in Reichweite". Die von der regionalen Regierungspartei Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) kontrollierten Medien wiederum erklärten, die vom "Faschisten Abiy Ahmed ausgegebenen Informationen" seien "weit von der Wahrheit entfernt".

Der Vorsitzende der TPLF beschuldigte Eritrea laut der Nachrichtenagentur Reuters, Truppen nach Humera geschickt zu haben. Dies wies Eritreas Außenminister Osman Saleh Mohammed zurück. Die Afrikanische Union (AU) forderte unterdessen eine "sofortige Einstellung" der Kampfhandlungen in Äthiopien.

Abiy Ahmed wird seit seiner Wahl 2018 als Reformer gesehen. Er erhielt unter anderem wegen seiner Bemühungen um Frieden am Horn von Afrika den Friedensnobelpreis. Allerdings haben während seiner Amtszeit ethnische Spannungen und Konflikte wieder zugenommen.

Der Konflikt zwischen Abiy und der Regionalregierung in Tigray schwelt seit seiner Amtsübernahme. Der Premier strebt statt eines starken Föderalstaats einen stärkeren Zentralstaat an, die TPLF will sich ihre regionale Unabhängigkeit in Tigray sichern.

Der von Abiy gebildeten Einheitsregierung trat die TPLF nicht bei. Die Spannungen nehmen seit September zu, als in Tigray gewählt wurde, was die Zentralregierung als illegal bezeichnete. Seitdem werfen sich beide Seiten vor, einen militärischen Konflikt zu provozieren.

Vergangene Woche waren die Kämpfe wieder offen ausgebrochen, Hunderte Menschen sind bereits ums Leben gekommen. Die Sorge wächst, dass der Konflikt sich zu einem Bürgerkrieg ausweiten könnte. Die Vereinten Nationen warnen vor einer Flüchtlingskrise. Wegen des Ausnahmezustands sei die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern in Tigray nicht mehr gesichert, hieß es am Wochenende.

luz/afp/Reuters
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