Affenpocken Afrikanische Behörde warnt vor Hortung von Impfstoff

»Impfstoff sollte dort verfügbar sein, wo das Risiko am höchsten ist«: Wegen der Affenpocken fordert die afrikanische Gesundheitsbehörde CDC mehr Kooperation westlicher Regierungen. Man müsse es besser machen als in der Coronapandemie.
Am 19. Mai wurde in Deutschland erstmals das Affenpockenvirus nachgewiesen, jetzt wird über eine mögliche Impfung nachgedacht

Am 19. Mai wurde in Deutschland erstmals das Affenpockenvirus nachgewiesen, jetzt wird über eine mögliche Impfung nachgedacht

Foto: Martin Bühler / Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr

Weil es vermehrt Meldungen über Affenpockenfälle in Europa und Nordamerika gibt, warnt die Afrikanische Gesundheitsbehörde für Ansteckende Krankheiten (CDC) die westlichen Länder davor, Impfstoffe zu horten. »Wir hoffen, dass Impfstoff vor allem dort verfügbar ist, wo das Risiko am höchsten ist – nicht dort, wo man besonders viel für ihn bezahlen kann«, sagte Ahmed Ogwell, stellvertretender CDC-Direktor, in Addis Abeba.

Man müsse Lehren aus der Anfangszeit der Coronapandemie ziehen, sagte Ogwell. Derzeit verfügten die afrikanischen Länder, in denen die Krankheit endemisch ist, nur über wenig Impfstoff. Daher würden momentan vor allem Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes geimpft.

In Deutschland womöglich Impfung für Risikogruppen

Am Mittwoch hatte in Deutschland der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, erklärt, eine präventive Impfung von Risikogruppen gegen Affenpocken könne sinnvoll sein. »Darüber wird derzeit nachgedacht«, sagte Mertens der »Rheinischen Post«.

Affenpocken kommen unter anderem in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo sowie Nigeria endemisch vor. EU-Gesundheitsbehörden zufolge sind mittlerweile mehr als 200 Fälle außerhalb Afrikas bestätigt worden. Insgesamt 19 Länder, in denen die Krankheit normalerweise nicht vorkommt, hätten mindestens einen Fall bestätigt, erklärte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Mittwochabend.

Bei Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken. Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber und entwickelt sich schnell zu einem Hautausschlag mit Krustenbildung.

»Wir sind in engem Kontakt mit unseren Partnerbehörden in Europa und den USA«, sagte der stellvertretende CDC-Direktor Ogwell. Die afrikanischen Gesundheitsexperten wüssten, wie mit Affenpocken umzugehen sei, und seien bereit, ihr Wissen zu teilen. Ähnlich wie im Fall von Covid-19-Prävention sei es etwa wichtig, regelmäßig die Hände zu waschen und zu desinfizieren.

taf/AFP/dpa
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