Ashraf Ghani Emirate nehmen Afghanistans geflüchteten Präsidenten auf

Der afghanische Präsident Ashraf Ghani verließ fluchtartig das Land, als die Taliban vorrückten. Jetzt hat er mit seiner Familie in den Vereinigten Arabischen Emiraten Unterschlupf gefunden.
Ashraf Ghani (Archivaufnahme)

Ashraf Ghani (Archivaufnahme)

Foto: STRINGER / REUTERS

Als Ashraf Ghani vor den Taliban flüchtete, warfen viele Afghanen dem Präsidenten die Zerstörung des Landes vor. Laut Angaben der russischen Botschaft in Kabul vom Montag war er mit vier Wagen und einem Hubschrauber voller Geld aus Afghanistan geflohen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben Ghani jetzt Zuflucht gewährt. Das Außenministerium des Golfstaats bestätigte am Mittwoch, dass das Land ihn und seine Familie aus humanitären Gründen aufgenommen habe. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Ghani in der Hauptstadt Abu Dhabi gesichtet worden sein soll.

Ghani hatte seine Flucht vor den Taliban damit gerechtfertigt, dass andernfalls zahlreiche Landsleute den Märtyrertod erlitten hätten und die Hauptstadt Kabul zerstört worden wäre. Die Islamisten hätten in der Vergangenheit erklärt, dass sie bereit seien, blutige Angriffe in Kabul zu verüben, um ihn von der Macht zu vertreiben. »Ich entschied mich zu gehen, um dieses Blutvergießen zu verhindern«, behauptete Ghani. Die Taliban marschierten wenig später weitgehend kampflos in die Hauptstadt ein und kehrten damit knapp 20 Jahre nach dem Einmarsch westlicher Truppen in Afghanistan an die Macht zurück. Lokale Medien hatten zunächst berichtet, Ghani sei nach Tadschikistan geflohen.

Der Verteidigungsminister Bismillah Chan Mohammadi kritisierte am Wochenende die Flucht Ghanis. »Sie haben uns die Hände hinter unserem Rücken gefesselt und das Land verkauft«, schrieb er auf Twitter ohne nähere Erläuterung. Bildungsministerin Rangina Hamidi hatte sich »geschockt und ungläubig« gezeigt über die Flucht von Ghani aus Kabul. »Das Traurigste ist, dass ich das nicht erwartet hatte vom Präsidenten, den ich kannte und dem ich vollkommen vertraut habe«, sagte sie am Sonntagabend der BBC. Sie wolle es noch immer nicht wahrhaben, dass er gegangen sei. »Aber wenn er es getan hat, ist es wirklich eine Schande«, so Hamidi weiter.

als/Reuters/dpa/AFP
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