Rettungsmission der Bundeswehr Erster Evakuierungsflug verlässt Kabul – mit nur sieben Menschen an Bord

Nach stundenlanger Verzögerung und Warteschleifen in der Luft konnte die erste Bundeswehrmaschine in Kabul landen. Knapp 40 Minuten später hob der A400M schon wieder ab.
Ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe startet auf dem Fliegerhorst Wunstorf

Ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe startet auf dem Fliegerhorst Wunstorf

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Das erste Militärflugzeug der Bundeswehr für den Evakuierungseinsatz in Afghanistan hat Fallschirmjäger abgesetzt, Passagiere aufgenommen – und ist auf dem Rückflug nach Taschkent in Usbekistan. Um 22.42 Uhr, nach nur knapp 40 Minuten auf dem Boden, verließ der Flieger den Flughafen in Kabul.

»Mit zu Schützenden ist die Maschine nun auf dem Weg nach Taschkent/Usbekistan«, teilte das Verteidigungsministerium auf Twitter mit . Weil die Landung des A400M bis zuletzt ungewiss war, konnten die in Kabul verbliebenen Deutschen nicht rechtzeitig informiert werden. Am Dienstagmorgen bestätigte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johann Wadephul, im »Deutschlandfunk« die Zahl von sieben Menschen, die ausgeflogen wurden: »Das stimmt. Wir hatten nur einen ganz kurzen Slot von 30 Minuten für die Maschine, und wir konnten nur die mitnehmen, die jetzt da waren«, sagte der Außenpolitiker.

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Die Maschine war zuvor fünf Stunden lang über dem Flughafen gekreist, der wegen chaotischer Zustände auf dem Rollfeld vorübergehend gesperrt war. Das Benzin hätte nicht mehr lange gereicht, hieß es. Zuvor hatte bereits eine andere Transportmaschine der Bundeswehr den Anflug auf Kabul abbrechen und zum Nachtanken nach Taschkent fliegen müssen.

Die beiden Flugzeuge sollen deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte, die früher für die Bundeswehr oder Bundesministerien gearbeitet haben oder noch arbeiten, zunächst nach Usbekistan bringen. Vom dortigen Drehkreuz Taschkent soll es dann mit Chartermaschinen weiter nach Deutschland gehen. Die beiden A400M waren am Montagmorgen vom niedersächsischen Wunstorf Richtung Kabul gestartet und in Baku in Aserbaidschan zwischengelandet.

Ein dritter deutscher A400M, der für medizinische Transporte ausgerüstet ist, sowie ein Airbus A310 MRTT starteten am Montag ebenfalls von Wunstorf nach Taschkent.

Die nun in Kabul abgesetzten Fallschirmjäger der Division Schnelle Kräfte sollen US-Soldaten dabei unterstützen, auf dem Flughafen in Kabul wieder Ordnung herzustellen und einen sicheren Ablauf der Evakuierung zu ermöglichen.

Nach der Übernahme Kabuls durch die militant-islamistischen Taliban hatten sich am Montag auf dem Flughafen dramatische Szenen abgespielt. Verzweifelte Menschen versuchten, in und auf Flugzeuge zu gelangen, wie Videos und Bilder in sozialen Medien zeigten.

DER SPIEGEL

Die Menschen liefen auf das Rollfeld, kletterten unter anderem über Drehleitern, um in ein Flugzeug zu gelangen. Daraufhin wurde der Flugverkehr vorübergehend eingestellt. Inzwischen habe der Flughafen den Betrieb wieder aufgenommen, sagte US-General Hank Taylor im US-Verteidigungsministerium.

aar/dpa
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