Letzte Evakuierungsflüge aus Kabul Mehr als 300 Menschen gelingt mit deutscher Hilfe die Flucht aus Afghanistan

Nur noch wenige Maschinen mit Schutzbedürftigen verlassen Afghanistan, die Bundeswehr ist bereits abgezogen. Trotzdem ist es nun mit deutscher Hilfe gelungen, noch einmal etliche Menschen zu evakuieren.
Evakuierungseinsatz auf dem Flughafen Kabul (Archivbild von Montag): Letzte Flüge

Evakuierungseinsatz auf dem Flughafen Kabul (Archivbild von Montag): Letzte Flüge

Foto: Marcus Yam / Los Angeles Times via Getty Images

Trotz der immer dramatischeren Lage rund um den Flughafen von Kabul ist es mehr als 300 Menschen mit deutscher Hilfe gelungen, den gesicherten Teil des Hauptstadtflughafens zu erreichen, um von dort Afghanistan zu verlassen.

So schafften es nach SPIEGEL-Informationen in der vergangenen Nacht etwa 140 Menschen aus Afghanistan mit deutschen Pässen oder Aufenthaltstiteln sowie einige Ortskräfte in den militärischen Teil des Flughafens. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, die Personen seien über die deutsche Firma DHL, die noch in Afghanistan aktiv ist, mit sechs Bussen dorthin gebracht worden. Sie sollen nun mit US-Militärmaschinen nach Doha in Katar ausgeflogen werden.

Die Reise zum Flughafen sei eine echte Odyssee gewesen, die mehr als 30 Stunden gedauert habe. Dann aber sei es mit viel Glück gelungen, mit den Bussen erst die zahlreichen Checkpoints der Taliban zu passieren und in Absprache mit den US-Streitkräften schließlich auch auf das Flughafengelände zu gelangen.

Viele müssen es nun auf eigene Faust versuchen

Einem weiteren Konvoi mit Bussen gelang Ähnliches: Um kurz nach Mitternacht ließen die Taliban nach SPIEGEL-Informationen 189 Menschen in fünf Bussen passieren. Es handelte sich dabei um eine Fahrzeugkolonne der Rettungsmission »Kabul Luftbrücke«, einer in Deutschland initiierten Aktion des Vereins Civilfleet Support, der Organisation Sea-Watch sowie einzelner Experten und Medienschaffender in Abstimmung mit der Bundesregierung (lesen Sie hier die ganze Geschichte ).

Ursprünglich sollten so unter anderem Journalisten, Übersetzer und Rechercheure deutscher Medien ausgeflogen werden, letztendlich saßen dann andere Menschen in den Bussen – aber auch unter ihnen waren Mitarbeiter deutscher Medien.

Die Rettung geschah nun nicht in Koordination mit offiziellen deutschen Stellen, weil die bereits abgezogen waren: Mit einem US-amerikanischen Konvoi und katarischer Unterstützung schaffen es die Menschen zum Flughafen – während diejenigen, die zuvor mit deutscher Unterstützung ausgeflogen werden sollten, nun auf eigenen Wegen versuchen müssen, das Land zu verlassen.

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Die Taliban stehen nach ihrem Siegeszug in Afghanistan kurz davor, auch die Kontrolle über den derzeit noch von US-Truppen gesicherten Flughafen zu übernehmen. »Wir warten auf das abschließende Kopfnicken der Amerikaner«, sagte ein Sprecher der Islamisten der Nachrichtenagentur Reuters. Die US-Regierung will eigenen Angaben zufolge bis Dienstag alle Truppen abgezogen haben.

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