Afghanistan Mindestens 19 Tote bei Angriff auf Universität in Kabul

Bei einem Angriff auf das Gelände der Universität von Kabul sind mindestens 19 Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden. Es ist der zweite Anschlag innerhalb weniger Tage.
Nach dem Anschlag: Die Armee sichert das Gelände der Universität in Kabul

Nach dem Anschlag: Die Armee sichert das Gelände der Universität in Kabul

Foto: WAKIL KOHSAR / AFP

Bei einem Angriff auf die Universität von Kabul sind nach Angaben des afghanischen Innenministeriums mindestens 19 Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden. Den Angaben zufolge hatten drei Bewaffnete das Areal gestürmt und sich sechs Stunden lang ein Feuergefecht mit afghanischen Eliteeinheiten geliefert. Der Einsatz dauere weiter an, hieß es.

Augenzeugenberichten zufolge hatten die Angreifer in Militäruniform bekleidet den Campus betreten und sich dann in einer der Fakultäten stundenlang ein Feuergefecht mit den afghanischen Sicherheitskräften geliefert. Über dem Campus waren Hubschrauber zu sehen. Zudem waren Explosionen sowie Schüsse zu hören.

Hunderte konnten von Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht werden

Die afghanischen Sicherheitskräfte wurden nach Angaben eines US-Militärbeamten von der Nato-geführten Mission Resolute Support unterstützt. Weitere Einzelheiten gab es zunächst nicht.

Augenzeugenberichten zufolge flüchteten Hunderte von Studierenden, Dozenten und Verwaltungsmitarbeitern aus dem Gebäude. Hunderte weitere Menschen seien von Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht worden.

Die Europäische Union verurteilte die Tat am Montag als "verachtenswürdigen Terror-Akt". Es handele sich bereits um den zweiten Anschlag auf eine Bildungseinrichtung in Kabul in weniger als zehn Tagen. "Solche Taten richten sich nicht nur gegen unschuldige Zivilisten, vor allem junge Menschen. Sie sind auch Anschläge auf die Zukunft Afghanistans. Die Studenten von heute sind die Anführer von morgen", teilte eine Sprecherin des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in Brüssel mit.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den tödlichen Angriff scharf. Die Attacke sei "schrecklich" und auch ein Angriff auf das Menschenrecht auf Bildung, teilte Guterres in einer Mitteilung mit. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Afghanistans Regierung spricht seit September mit den militant-islamistischen Taliban über Frieden, doch der Konflikt im Land geht mit einem hohen Gewaltniveau weiter. Vor einer Woche starben bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Kabul 24 Schülerinnen und Schüler, fast 60 wurden verletzt.

bmo/dpa/Reuters
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