Afghanistan-News am Dienstag Weltbank stellt Zahlungen an Afghanistan ein

Die für Aufbau-Hilfen zuständige Weltbank hat ihre Geldströme an Afghanistan wegen der Machtübernahme der Taliban gestoppt. Und: Mehr als 4000 US-Bürger wurden evakuiert. Der Überblick.
Foto: Pablo Blazquez Dominguez / Getty Images

Das waren die Afghanistan-News am 24. August.

+++ Weltbank stellt Zahlungen an Afghanistan ein +++

Die für Aufbau-Hilfen zuständige Weltbank hat ihre Zahlungen an Afghanistan eingestellt. Man beobachte genau die Entwicklung, teilt ein Sprecher mit. Man suche nach Wegen, das Engagement in Afghanistan fortzusetzen.


Mehr als 4000 US-Bürger aus Afghanistan gebracht

22.47 Uhr: Die USA haben in den vergangenen Tagen mehr als 4000 US-Bürger aus Afghanistan gebracht. Ein Vertreter des US-Außenministeriums sprach am Dienstag von »mehr als 4000 Inhabern eines amerikanischen Passes plus ihren Familien«. Die Zahl werde in den kommenden Tagen weiter steigen. »Wir kontaktieren weiterhin Amerikaner, die sich in der Botschaft in Kabul registriert haben, um festzustellen, ob sie sich noch in Afghanistan befinden oder nicht«, sagte der Ministeriumsvertreter.

Die US-Regierung weiß derzeit nicht genau, wie viele US-Bürger sich noch in Afghanistan aufhalten. Das liegt unter anderem daran, dass viele Menschen sich nicht bei der Botschaft anmelden – oder sich bei einer Ausreise nicht abmelden.

»Frauen, die stark sind – das hassen die Taliban«

Die afghanischen Fußballerinnen vor einem Freundschaftsspiel gegen eine Nato-Mannschaft in Kabul im Jahr 2011

Die afghanischen Fußballerinnen vor einem Freundschaftsspiel gegen eine Nato-Mannschaft in Kabul im Jahr 2011

Foto: imago sportfotodienst

20.56 Uhr: Fußball der Frauen war ein Symbol des Wandels in Afghanistan. Doch nach der Rückkehr der Taliban schwebte das Nationalteam in Gefahr. Spielerinnen sind nun die Flucht gelungen. Lesen Sie hier die Geschichte ihrer Rettung. 

Deutschland stockt Hilfe um 500 Millionen Euro auf

21.00 Uhr: Deutschland stockt seine humanitäre Hilfe für Notleidende in Afghanistan um 500 Millionen Euro auf. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag nach einer G7-Videokonferenz an. Bereits vor wenigen Tagen hatte die Bundesregierung 100 Millionen Soforthilfe für die Versorgung von Flüchtlingen in und um Afghanistan zugesagt, die ausschließlich über humanitäre Hilfsorganisation geleistet werden soll. Die 500 Millionen kommen nun hinzu.

Russland will sich nicht in Afghanistan einmischen

20.54 Uhr: Russland will sich auch nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban am Hindukusch aus Afghanistan heraushalten. »Wir werden uns nicht in die inneren Angelegenheiten Afghanistans einmischen oder unser Militär in einen Konflikt verwickeln, in dem jeder gegen jeden ist«, sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Versammlung von Funktionären der Regierungspartei »Einiges Russland« am Dienstag.

»Die Sowjetunion hat in diesem Land ihre eigenen Erfahrungen gemacht«, sagte Putin mit Blick auf die Invasion sowjetischer Truppen 1979, die in einem jahrzehntelangen blutigen Guerillakrieg mit den Mudschaheddin mündete. »Wir haben die nötigen Lektionen gelernt«, sagte Putin. Der damalige Krieg kostete bis zu zwei Millionen Afghanen das Leben, sieben Millionen weitere wurden aus ihrer Heimat vertrieben und mehr als 14.000 sowjetische Soldaten wurden getötet.

Norwegen hat rund 20 afghanische Kinder aus Kabul evakuiert

20.02 Uhr: Im Zuge der Evakuierung von Mitarbeitern westlicher Botschaften aus Kabul sind auch rund 20 afghanische Kinder ohne ihre Eltern nach Norwegen gebracht worden. Viele von ihnen seien jünger als fünf Jahre alt, sagte Norwegens Justizministerin Monica Mæland am Dienstag.

Nato-Generalsekretär für Weiterbetrieb von Flughafen in Kabul

19.50 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich beim G7-Sondergipfel zur Lage in Afghanistan den Forderungen nach einem Weiterbetrieb des Flughafens in Kabul angeschlossen. Stoltenberg habe bei den Gesprächen betont, wie wichtig es sei, den Flughafen offenzuhalten, um die Evakuierungen fortzusetzen, teilte die Bündniszentrale am Dienstagabend mit.

33 Fragen an Maas

Bundesaußenminister Heiko Maas

Bundesaußenminister Heiko Maas

Foto: Felix Zahn/photothek.net / imago images/photothek

19.51 Uhr: Im Auswärtigen Ausschuss muss Heiko Maas erneut zur Lage in Afghanistan Stellung nehmen. Die FDP will unter anderem wissen, ob auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ausgeflogen werden können. Lesen Sie hier mehr.

Österreichs Präsident für Aufnahme von Afghanen

19.08 Uhr: In der Diskussion um die Aufnahme von geflüchteten Afghanen in Österreich hat sich Präsident Alexander Van der Bellen gegen die harte Haltung von Kanzler Sebastian Kurz gestellt. »Nach meiner persönlichen Überzeugung haben die Europäische Union und ihre Mitglieder die rechtliche, moralische und politische Pflicht, uns unserer Verantwortung zu stellen«, sagte der ehemalige Grünen-Chef am Dienstag beim Europäischen Forum Alpbach. Besonders Frauen und ehemaligen Mitarbeitern von EU-Staaten müsse Schutz gewährt werden, sagte er bei dem jährlichen Diskussionsforum in Tirol.

Draghi fordert mehr Einsatz von G7-Staaten bei Migration

19.04 Uhr: Italiens Regierungschef Mario Draghi hat beim digitalen Sondertreffen der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) zur Lage in Afghanistan mehr Anstrengungen beim Thema Migration gefordert. Bisher seien die Staaten auf europäischer oder internationaler Ebene nicht zu einem gemeinsamen und koordinierten Einsatz in der Lage gewesen, sagte Draghi am Dienstag. Italien werde die für die afghanischen Sicherheitskräfte bestimmten Gelder zudem für die humanitäre Hilfe vor Ort einsetzen. »Ich bitte Sie alle, sich diesem Engagement anzuschließen«, erklärte der 73-Jährige.

Biden will Evakuierungen offenbar nicht verlängern

US-Präsident Biden

US-Präsident Biden

Foto: JIM WATSON / AFP

19.00 Uhr: Die Evakuierungen werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht über den 31. August hinaus verlängert. US-Präsident Joe Biden habe sich entsprechenden Empfehlungen des US-Verteidigungsministeriums angeschlossen, sagt ein Regierungsvertreter Reuters und dem US-Nachrichtensender »CNN «.

Auch nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Biden keinen neuen Zeitpunkt genannt. »Es sind heute keine neuen Daten über das bekannte Datum des 31.8. (hinaus) genannt worden«, sagte Merkel am Dienstag in Berlin.

Uno-Menschenrechtskommissarin fordert von Taliban Einhaltung ihrer Versprechen

18.58 Uhr: Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat die Einhaltung von Frauenrechten durch die radikalislamischen Taliban in Afghanistan als »rote Linie« bezeichnet. Bei einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Menschenrechtsrats zu Afghanistan am Dienstag forderte Bachelet die Islamisten auf, ihre Zusagen einzuhalten und die Rechte von Frauen und Mädchen sowie von ethnischen und religiösen Minderheiten zu respektieren. Die Taliban kündigten unterdessen an, dass Frauen zur Arbeit zurückkehren dürften, sobald ihre Sicherheit gewährleistet sei.

»Die Taliban sind jetzt in der Pflicht, diese Vereinbarungen umzusetzen«, betonte Bachelet. »Ich fordere die Taliban nachdrücklich auf, sich Normen für eine verantwortungsvolle Staatsführung und die Menschenrechte zu eigen zu machen und auf die Wiederherstellung des sozialen Zusammenhalts und die Versöhnung hinzuarbeiten«, erklärte Bachelet. Ein zentraler Punkt sei dabei die Achtung der Rechte von Frauen und Mädchen in Hinsicht auf »Freiheit, Bewegungsfreiheit, Bildung, Selbstbestimmung und Arbeit«.

Italien fordert gemeinsame europäische Immigrationspolitik

18.37 Uhr: Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi fordert nach dem G7-Gipfel eine gemeinsame Immigrationspolitik Europas für Menschen aus Afghanistan. Draghi spricht sich dafür aus, auch die G20-Staaten an der Diskussion über die zukünftige Haltung zu Afghanistan zu beteiligen.

Das sagt Kanzlerin Merkel nach dem G7-Sondergipfel zu Afghanistan

18.32 Uhr: Die sieben führenden Industrienationen haben über die dramatische Sicherheitslage in Afghanistan beraten. Können die Evakuierungsmaßnahmen verlängert werden? Sehen Sie hier die Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel im Livestream.

G7-Staaten fordern von Taliban Sicherheitsgarantien für Ausreisewillige

18.24 Uhr: Noch immer hoffen Tausende, vom Flughafen Kabul evakuiert zu werden. Doch die US-Soldaten ziehen sich dort in wenigen Tagen zurück. Nun kamen die G7-Staaten zusammen, um über den Umgang mit den Taliban zu beraten. Lesen Sie hier mehr.

EU-Personal und Ortskräfte offenbar größtenteils evakuiert +++

18.21 Uhr: Nach Aussagen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist das EU-Personal in Afghanistan zum größten Teil vom Flughafen in Kabul evakuiert. Das gelte auch für die afghanischen Mitarbeiter und deren Familien, sagt von der Leyen nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen (G7).

Wie gefährlich wird ein Taliban-Emirat?

Taliban-Kämpferan einem Kontrollpunkt in Kabul

Taliban-Kämpferan einem Kontrollpunkt in Kabul

Foto: Rahmat Gul / AP

18.20 Uhr: Sie zeigen sich zwar gemäßigter, aber laut dem US-Experten Seth G. Jones hat sich die Ideologie der Taliban von heute nicht geändert. Mit ihrer Machtübernahme suchen sie nun Unterstützung aus anderen Ländern. Lesen Sie hier mehr. 

Mehr Ortskräfte dürfen auf Evakuierungen hoffen

16.03 Uhr: Die Bundesregierung hat den Kreis der afghanischen Ortskräfte in der Entwicklungshilfe ausgeweitet, die für eine Evakuierung im Gefahrenfall infrage kommen: Grundsätzlich sei am Wochenende entschieden worden, dass ab jetzt auch Ortskräfte der Entwicklungszusammenarbeit aufgrund einer Gefährdung für eine Ausreise infrage kämen, deren Beschäftigungsverhältnis schon mehr als zwei Jahre zurückliege, teilt ein Sprecher des Entwicklungsministeriums mit. Analog zur Regelung des Bundesministeriums der Verteidigung sei nun eine Beschäftigung ab 2013 ausschlaggebend.

Bundeswehr warnt vor IS-Selbstmordattentätern in Kabul

15.08 Uhr: Die Bundeswehr sieht eine zunehmende Anschlagsgefahr durch IS-Terroristen in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Man habe Signale aus amerikanischen Quellen, aber auch eigene Erkenntnisse, dass zunehmend potenzielle Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat »in die Stadt einsickern«, sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn am Montag in Berlin. Man habe von den Amerikanern bereits in der vergangenen Woche Hinweise darauf bekommen. »Das nimmt jetzt zu.«

Die US-Regierung hatte am Sonntag erstmals öffentlich Sorgen vor einem IS-Anschlag am Flughafen oder in der Umgebung geäußert. »Die Bedrohung ist real, sie ist akut, sie ist anhaltend«, sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, im Sender CNN. Man nehme die Warnungen »absolut todernst«. Die militant-islamistischen Taliban und der regional aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

Airbnb will Wohnungen für 20.000 Geflüchtete bereitstellen

14.18 Uhr: Das Portal Airbnb stellt vorübergehend kostenlose Unterkünfte für rund 20.000 afghanische Geflüchtete zur Verfügung. Die Situation der afghanischen Flüchtlinge in den USA und anderswo in der Welt sei »eine der größten humanitären Krisen« dieser Zeit, erklärte Airbnb-Chef Brian Chesky am Dienstag. Das Unternehmen fühle sich verantwortlich, mitzuhelfen.

Finanziert wird das Angebot demnach von der Airbnb-Führung selbst sowie durch Spenden. Airbnb werde für das Angebot bezahlen, dieses komme aber nur durch die »Großzügigkeit« der Gastgeberinnen und Gastgeber zustande, erklärte Chesky weiter. Im Portal Twitter bat er Interessierte, sich über die Plattform zu melden, wenn sie einer afghanischen Familie Unterschlup Uhr:f anbieten möchten.

Das Übernachtungsportal bietet seinen Gastgebern bereits seit 2012 die Möglichkeit, ihre Unterkünfte für einen guten Zweck vorübergehend umsonst anzubieten, etwa bei Naturkatastrophen oder der Flucht aus Konfliktgebieten.

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USA fliegen binnen 24 Stunden mehr als 12 000 Menschen aus

13.45 Uhr: Die USA beeilen sich bei ihrer Evakuierungsmission am Flughafen von Kabul. Erstmals wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 12.000 Menschen ausgeflogen. Zwischen dem frühen Montagmorgen und dem frühen Dienstagmorgen hätten 37 Flugzeuge des US-Militärs rund 12.700 Menschen außer Landes gebracht, teilte das Weiße Haus mit. Im gleichen Zeitraum hätten außerdem 57 Maschinen internationaler Partner rund 8900 Menschen evakuiert.

Seit dem Start der Evakuierungsmission Mitte August hätten die Vereinigten Staaten insgesamt rund 58.700 Menschen entweder selbst aus Afghanistan ausgeflogen oder deren Ausreise ermöglicht.

Russland bringt Panzerabwehr nach Zentralasien

13.30 Uhr: Angesichts der Machtübernahme die Taliban in Afghanistan hat Russland seine Militärbasis im zentralasiatischen Tadschikistan aufgerüstet. Es seien mehrere Panzerabwehrsysteme des Typs »Kornet« in die an Afghanistan grenzende Ex-Sowjetrepublik gebracht worden, teilte der Zentrale Wehrbezirk der russischen Armee mit. Mithilfe von »Kornet« sollen feindliche gepanzerte Fahrzeuge sowie Ziele in der Luft mit Raketen abgeschossen werden können.

Russland befürchtet unter anderem, dass Kämpfer in Zentralasien in ehemals sowjetisches Gebiet eindringen könnten. Moskau führt seit langem Verhandlungen mit den Taliban.

Taliban wollen Uno-Mitarbeiter in Afghanistan behalten

13:17 Uhr: Die Taliban wollen die Mitarbeiter der Vereinten Nationen sowie von Uno-Hilfsorganisationen offenbar im Land behalten. »Sie haben klargemacht, dass die Uno bleiben sollen«, sagte Richard Brennan, Regionaldirektor für Nothilfe bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), am Dienstag in Kairo. »Es gab einige ermutigende Zeichen und Gespräche.« Über den Verbleib der Uno-Mitarbeiter liefen derzeit »auf hoher politischer Ebene« Verhandlungen zwischen Taliban-Vertretern und ranghohen Vertretern der Vereinten Nationen.

CIA-Chef soll Taliban-Anführer getroffen haben

12.35 Uhr: CIA-Chef William Burns soll den Anführer der Taliban, Abdul Ghani Baradar, zu einem Gespräch getroffen. Das berichtet die US-Zeitung »Washington Post«. Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes und Baradar seien sich am Montag in der afghanischen Hauptstadt Kabul begegnet. In seinem Bericht beruft sich das Blatt auf nicht näher bezeichnete US-Beamte, die sich nur anonym äußern wollten.

Direktor der CIA: William Burns

Direktor der CIA: William Burns

Foto: AL DRAGO / AFP

Taliban lassen Sprengschutzwände entfernen

12.25 Uhr: Die militant-islamistischen Taliban lassen in der afghanischen Hauptstadt Kabul die für das Stadtbild bislang typischen Sprengschutzwände abbauen. Das ist auf Videos und Fotos zu sehen, die am Dienstag in sozialen Medien kursierten.

Die oft drei Meter hohen und einen halben Meter dicken grauen Betonwände sollten in der Vergangenheit die Auswirkungen von Autobomben oder anderen Explosionen vermindern. Sie standen bisher praktisch überall in der Stadt, vor allem rund um Regierungseinrichtungen wie Ministerien oder ausländischen Botschaften.

Am Sonntag hatten die Taliban über die Facebook-Seite der Stadtverwaltung die Bürger der Stadt dazu aufgerufen, binnen einer Woche Sprengschutzwände rund um Privathäuser zu entfernen. Bürger, die keinen Platz hätten, könnten sich an die Stadtverwaltung wenden, die ihnen einen Deponieplatz zur Verfügung stelle.

Sprengschutzwand in Kabul

Sprengschutzwand in Kabul

Foto: Can Merey / picture-alliance / dpa

Vor allem in der Innenstadt sind Sprengschutzwände oft kilometerlang aneinandergereiht. Die grauen Ungetüme sind über die Jahre vielerorts von lokalen Künstlern bemalt worden. Die Bilder auf ihnen rufen etwa zu Bildung auf, dazu dass Menschen keine Drogen nehmen oder dass sie die Umwelt schützen sollen. Augenpaare mit dem Schriftzug »Wir sehen dich« prangern die Korruption der Regierung an.

Auf vielen von ihnen ist indirekt die jüngere Konfliktgeschichte des Landes abgebildet. Sie zeigen zahlreiche bekannte Frauen oder Männer – Journalisten, Angehörige der Sikh-Minderheit, Soldaten oder Hilfsarbeiter wie den japanischen Arzt Tetsu Nakamura – die im Kampf gegen die Taliban oder den Islamischen Staat gestorben sind oder von ihnen gezielt getötet wurden.

Noch hundert Deutsche in Kabul

12.18 Uhr: Die Bundeswehr hat in den vergangenen Tagen über ihre Luftbrücke rund 3800 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen, darunter 351 deutsche Staatsbürger. Das hat Außenminister Heiko Maas am Dienstag im TV-Sender der »Bild« gesagt. Mit weiteren rund 100 Deutschen und ihren Familien, die noch vor Ort ausharrten, stehe man in Kontakt, deren Standorte seien bekannt, sagte Maas. Auch heute versuche die Bundeswehr wieder, diese Menschen einigermaßen sicher an den Flughafen zu bringen. Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban drängen sich am Airport Tausende verzweifelte Menschen in der Hoffnung, einen Flug ins Ausland zu erwischen.

Maas sagte, Deutschland spreche auch mit den Taliban, um etwa zu gewährleisten, dass deutsche Staatsbürger Kontrollpunkte der Islamisten passieren können. Dies sei »schrecklich«, aber dazu gebe es derzeit keine Alternative.

Eingang des Flughafens Kabul am Anfang der Woche

Eingang des Flughafens Kabul am Anfang der Woche

Foto: Satellite image ©2021 Maxar Technologies / AP

EU will 200 Millionen Euro für Afghanen ausgeben

11.20 Uhr: Vor dem G7-Sondergipfel hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine deutliche Erhöhung der humanitären Hilfe für notleidende Afghanen verkündet. Nach Angaben vom Dienstag sollen in diesem Jahr aus dem EU-Haushalt mehr als 200 Millionen Euro für Unterstützungsleistungen zur Verfügung gestellt werden. Das ist rund viermal so viel Geld wie ursprünglich geplant. Die Hilfen werden laut von der Leyen sowohl Menschen innerhalb Afghanistans als auch Flüchtlingen zugutekommen.

Angesichts der Machtübernahme dermilitant-islamistischen Taliban in Afghanistan wollen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten an diesem Dienstagnachmittag bei einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen und über Hilfen für die Bevölkerung beraten. Zu der Gruppe der wichtigen Industrieländer gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada. Die Spitzenvertreter der EU sind zudem auch immer mit dabei.

Frankreich will Evakuierungen aus Kabul am Donnerstag beenden

10.55 Uhr: Am Donnerstag will Frankreich wird seine Evakuierungsflüge aus Kabul beenden, falls die USA ihre Truppen wie geplant zum 31. August vollständig aus Afghanistan abziehen. Wenn die USA an ihrem Abzugsplan festhielten, »heißt das für uns, dass unser Einsatz Donnerstagabend endet«, sagte Nicolas Roche, Bürochef des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian, am Dienstagmorgen dem französischen Regierungschef Jean Castex in Gegenwart von Journalisten. »Also bleiben uns drei Tage«, fügte er hinzu.

Uno berichtet über Menschenrechtsverletzungen

10.53 Uhr: Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan werden schwere Verletzungen von Menschenrechten aus dem Krisenstaat gemeldet. Darüber berichtete am Dienstag in Genf die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, bei einer Sondersitzung des Uno-Menschenrechtsrats zur brisanten Lage in Afghanistan. Nach diesen Berichten gab es etwa Massenhinrichtungen von Zivilisten und ehemaligen Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte.

Weiter sagte Bachelet, der Bewegungsspielraum von Frauen sei in manchen Regionen eingeschränkt worden, Mädchen dürften teils nicht mehr zur Schule gehen. Friedliche Proteste würden unterdrückt und Minderjährige zum Waffendienst geholt. Die Berichte seien glaubhaft, betonte sie.

»Es bestehen gravierende Risiken für Frauen, Journalisten und die neue Generation von Leitfiguren der Zivilgesellschaft, die in den vergangenen Jahren in Erscheinung traten«, sagte Bachelet. »Afghanistans unterschiedliche ethnische und religiöse Minderheiten sind ebenfalls der Gefahr von Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt, bedenkt man die Muster schwerer Menschenrechtsverletzungen unter Taliban-Herrschaft in der Vergangenheit und Berichte über Tötungen und gezielte Anschläge in den vergangenen Monaten.«

Kamala Harris verteidigt Abzug der US-Truppen

10.37 Uhr: US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat den Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan verteidigt. Präsident Joe Biden habe »die mutige und richtige Entscheidung« getroffen, einen seit 20 Jahren dauernden Krieg zu beenden, sagte Harris am Dienstag bei einem Besuch in Singapur.

»Wir hatten das erreicht, wofür wir dorthin gegangen waren.« Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban liege der Fokus nun auf der Evakuierung von US-Amerikanern, von Bürgern aus Partnerländern und von Afghanen, die mit den USA zusammengearbeitet haben.

Patenschaftsnetzwerk macht Bundesregierung schwere Vorwürfe

10.26 Uhr: Das Patenschaftsnetzwerk für afghanische Ortskräfte macht der Bundesregierung schwere Vorwürfe. »Wir sind überwältigt und verbittert«, sagt der Leiter und Bundeswehroffizier Marcus Grotian. Überwältigt sei man von den zahllosen Hilfsangeboten und der Empathie der Menschen in Deutschland. Verbittert sei man über Planung und Abwicklung der Ausreise der Ortskräfte sowie das Abschieben der Verantwortung: »Jeder hat alles richtig gemacht und die anderen etwas falsch.«

Marcus Grotian leitet das Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte

Marcus Grotian leitet das Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Britische Regierung zweifelt an Verlängerung der Abzugsfrist

9.33 Uhr: Großbritannien rechnet nicht damit, dass die westlichen Staaten das Zeitfenster für Evakuierungsflüge für ihre eigenen Bürger und für Afghanen aus Kabul vergrößern werden. Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace sagte dem Sender »Sky News«, er bezweifle, dass der Einsatz über den 31. August hinaus verlängert werde. Dass er einen solchen Schritt für unwahrscheinlich halte, liege nicht nur an der Ablehnung einer Verlängerung durch die Taliban. Auch wenn man sich die öffentlichen Erklärungen von US-Präsident Joe Biden ansehe, sei nicht damit zu rechnen. Großbritannien habe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 2000 Menschen ausgeflogen, fügt Wallace hinzu. Er äußert sich vor Beginn der Beratungen der G7-Staaten, deren Vorsitz Großbritannien derzeit hat.

Müller warnt vor großer Gefahr für afghanische Entwicklungshelfer

06.46 Uhr: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sieht die afghanischen Mitarbeiter von Entwicklungsorganisationen nach der Machtübernahme der Taliban in großer Gefahr. »Ich traue den Zusicherungen der Taliban nicht, es wird bereits jetzt verfolgt und gemordet«, sagte der CSU-Politiker der »Augsburger Allgemeinen«.

Er habe große Sorge um die afghanischen Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und anderer Nichtregierungsorganisationen. »Unsere afghanischen Mitarbeiter brauchen deshalb unsere Unterstützung, und wir arbeiten auf vielen Ebenen und auch an weiteren Möglichkeiten, das Land verlassen zu können jenseits der Luftevakuierung«, sagte Müller.

Entwicklungsminister Müller: »Ich traue den Zusicherungen der Taliban nicht, es wird bereits jetzt verfolgt und gemordet«

Entwicklungsminister Müller: »Ich traue den Zusicherungen der Taliban nicht, es wird bereits jetzt verfolgt und gemordet«

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Der CSU-Minister reagierte mit Verständnis auf den Vorwurf an die Bundesregierung, die Ausreise afghanischer Ortskräfte verzögert oder blockiert zu haben. »Ich nehme die Kritik sehr ernst. Die Lage vor Ort ist aber kompliziert und ändert sich stündlich.« Sein Ministerium treffe die Entscheidungen in enger Abstimmung mit den deutschen Organisationen und den derzeit noch vor Ort tätigen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Entwicklungsorganisationen.

»Einige Organisationen haben trotz der dramatischen Lage erklärt, weiter vor Ort zu bleiben und ihre Arbeit so weit wie möglich fortzuführen«, sagte Müller. Dabei habe die Sicherheit für afghanische Mitarbeiter absolute Priorität. »Parallel haben alle gefährdeten afghanischen Ortskräfte das Angebot auf Evakuierung erhalten.« Bisher hätten aber leider nur sehr wenige ausgeflogen werden können.

Dabei hatte das Entwicklungsministerium die schnelle Ausreise von Ortskräften aus Afghanistan gebremst. In einem Brief an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer warnte Müller noch im Juni davor, die Zweijahresfrist für Ortskräfte aufzuweichen, da sonst 50.000 statt 4000 bis 5000 Menschen nach Deutschland geholt werden müssten. Die besagte: Nur wer innerhalb der vergangenen zwei Jahre für die GIZ gearbeitet hat, darf hoffen, ausgeflogen zu werden. In dem Brief, der dem SPIEGEL vorliegt, heißt es weiter: »Auch ist zu bedenken, dass eine solche Entscheidung zur Ausweitung des Ortskräfteverfahrens eine enorme Sogwirkung über die definierte Gruppe hinaus entfalten könnte«.

Bundeswehr flog bislang mehr als 3650 Menschen aus

Maschinen der Bundeswehr in Taschkent, Usbekistan (am 22. August)

Maschinen der Bundeswehr in Taschkent, Usbekistan (am 22. August)

Foto: BUNDESWEHR / MARC TESSENSOHN / HANDOUT / EPA

04.35 Uhr: Der um 22.29 Uhr MESZ in Kabul gestartete A400M ist um 23.48 Uhr MESZ nach Angaben der Bundeswehr mit 211 weiteren Schutzbedürftigen in Taschkent gelandet. Seit Beginn der Operation seien damit bislang mehr als 3650 Menschen durch die Bundeswehr aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen worden.

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Baerbock fordert Afghanistan-Untersuchungsausschuss

04.08 Uhr: Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat der Bundesregierung vorgeworfen, afghanische Ortskräfte aus innenpolitischen Erwägungen nicht rechtzeitig aus Afghanistan ausgeflogen zu haben. »Das ist wirklich für die deutsche Außenpolitik katastrophal und erst recht natürlich für die Afghaninnen und Afghanen dort im Land«, sagte Baerbock am Montag in einem ARD-Interview. Die Fehler des Afghanistan-Einsatzes müssten in einem Untersuchungsausschuss aufgearbeitet werden.

Baerbock sprach sich zudem für eine Afghanistan-Konferenz aus, an der aus ihrer Sicht auch Russland, China und die Nachbarstaaten Afghanistans teilnehmen sollten. Die USA forderte sie auf, für eine weitere Offenhaltung des Flughafens in Kabul zu sorgen.

»Wir sind gemeinsam in diesen Einsatz reingegangen und es kann jetzt nicht nur um amerikanische Staatsbürger und amerikanische Verbündete gehen, sondern es geht jetzt auch darum, andere Ortskräfte, die für andere Nato-Truppen gearbeitet haben, rauszuholen«, betonte Baerbock. Es gebe viele weitere Menschen, »die mit dem Tod bedroht werden«. In dieser Situation könne man sich »nicht einfach vom Acker machen«.

Biden will sehr schnell über Verlängerung des Abzugs entscheiden

04.05 Uhr: US-Präsident Joe Biden will einem Insider zufolge binnen 24 Stunden über eine Verlängerung der Abzugsfrist entscheiden . Biden wolle dem Pentagon Zeit zur Vorbereitung einräumen, erklärt ein Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Frist läuft am 31. August aus.

Robert Habeck erwartet langfristig Abschiebestopp nach Afghanistan

Robert Habeck

Robert Habeck

Foto: Chris Emil Janssen / imago images/Chris Emil Janßen

04.00 Uhr: Deutschland wird nach Einschätzung von Grünenchef Robert Habeck für lange Zeit keine abgelehnten oder straffälligen Asylbewerber nach Afghanistan abschieben können. »Ich sehe nicht, wie wir Menschen in ein Taliban-Regime abschieben könnten, zumal dem Land nun ein Bürgerkrieg droht. Wir werden Islamisten und Straftäter also bei uns verurteilen und ihre Strafe hier weiterhin absitzen lassen müssen«, sagte Habeck der »Rheinischen Post«. Dies stelle die Sicherheitsbehörden vor zusätzliche Herausforderungen.

Afghanistan-Debakel: Ischinger für Nationalen Sicherheitsrat im Kanzleramt

02.35 Uhr: Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat sich hinter die Forderung von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) nach einem Nationalen Sicherheitsrat im Kanzleramt gestellt. »Schwierige oder gar gefährliche außenpolitische Situationen, in denen die Bundesregierung eine gemeinsame tragfähige Strategie benötigt, werden uns in der Zukunft häufiger bevorstehen. Darauf müssen wir organisatorisch und ressourcenmäßig vorbereitet sein«, sagte Ischinger der »Rheinischen Post«.

Er freue sich, dass die Forderung, den Bundessicherheitsrat auszubauen und Außen- und Sicherheitspolitik systematisch besser zu koordinieren, nun auch parteiübergreifend auf Zustimmung stoße. »Man hat ja den Eindruck, dass die Ministerien nicht sonderlich gut zusammen gearbeitet haben – und das hat nun gravierende Konsequenzen für viele Menschen, aber eben auch für die außenpolitischen Interessen und das Gewicht der Bundesrepublik«, sagte Ischinger.

Mützenich: Fehler in Afghanistan mit Enquete-Kommission aufklären

01.55 Uhr: SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat seinen Vorschlag bekräftigt, den gesamten Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr in einer Enquete-Kommission aufzuarbeiten, also in einer überfraktionellen Arbeitsgruppe. »Es ist das gute Recht der Opposition, einen Untersuchungsausschuss zu fordern«, sagte Mützenich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit nachhaltigen Ergebnissen eignet sich aber aus meiner Sicht eher eine Enquete-Kommission.« Ein Untersuchungsausschuss hat deutlich mehr Rechte als eine Enquete-Kommission. Er kann Zeugen vorladen und Akteneinsicht verlangen.

Grüne, FDP und Linke haben sich dafür ausgesprochen, nach der Bundestagswahl am 26. September einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, der die Fehleinschätzungen der Bundesregierung vor der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban aufarbeiten soll. Die Bundesregierung hat wiederholt eingestanden, dass sie vom Tempo der Machtübernahme überrascht worden war.

US-Militär: Mindestens drei Babys während Evakuierungsaktion geboren

US-Soldat mit afghanischem Kind auf dem Flughafen von Kabul

US-Soldat mit afghanischem Kind auf dem Flughafen von Kabul

Foto: Lance Cpl. Nicholas Guevara / AP

01.35 Uhr: Im Rahmen der Evakuierungen aus Afghanistan sind nach Angaben des US-Militärs mindestens drei Babys auf die Welt gekommen. Seines Wissens nach seien es bislang drei gewesen, aber es gebe keine formelle Zählung, sagte General Steve Lyons am Montag bei einer Pressekonferenz des Pentagons. Lyons sprach über die afghanische Frau, die an Bord eines US-Evakuierungsflugzeugs ein Baby zur Welt gebracht hatte. Die Maschine war auf dem Weg zum US-Stützpunkt im pfälzischen Ramstein in Deutschland. Nach der Landung in Ramstein hat die Frau im Laderaum der Maschine mithilfe von Soldaten ein Mädchen zur Welt gebracht.

»Es gab tatsächlich mehr«, sagte Lyons, der Chef des Transportkommandos der USA ist. Auf Nachfrage erklärte er, ihm sei die Geburt von insgesamt drei Babys bekannt. Er konnte aber keine Details nennen. Offen blieb, ob die anderen beiden Babys ebenfalls in einem Flugzeug, in einer Einrichtung zur temporären Unterbringung wie Ramstein oder noch am Kabuler Flughafen zur Welt gekommen waren.

Keine Afghanen bei Paralympics: Fahne aus »Solidarität« bei Eröffnung

00.30 Uhr: Als »Zeichen der Solidarität« mit afghanischen Para-Athleten, die wegen der Machtübernahme der Taliban nicht zu den Paralympics nach Tokio kommen können, wird die Flagge des Landes bei der Eröffnungszeremonie ins Olympiastadion getragen. Das gab der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Andrew Parsons, am Vorabend der Eröffnungszeremonie in Tokio bekannt.

Ein freiwilliger Helfer der Spiele werde die Flagge ins Stadion tragen, teilte das IPC am Montagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Damit korrigierte der Dachverband Angaben, wonach ein Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen die Fahne tragen würde.

muk/jok/asa/als/mjm/dpa/Reuters/AFP
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