6800 Tonnen in einer Erntesaison In Afghanistan wird immer mehr Opium produziert

Die Taliban gelten als große Profiteure der Opium-Produktion in Afghanistan. In der vergangenen Erntesaison stieg der Ertrag des Heroin-Rohstoffs um acht Prozent. Und der Anbau wird immer lukrativer.
Ein Opium-Feld in der afghanischen Provinz Ningarhar: Der Ernteertrag steigt

Ein Opium-Feld in der afghanischen Provinz Ningarhar: Der Ernteertrag steigt

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AHMAD MASOOD/ REUTERS

Die Opiumproduktion in Afghanistan und die Preise für den Heroin-Rohstoff sind nach Angaben der Vereinten Nationen gestiegen. In der Erntesaison, die im Juli endete, wurden 6800 Tonnen eingebracht – acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtete das Uno-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien.

Die militant-islamistischen Taliban, die im August die Macht in Afghanistan übernommen hatten, gelten als Profiteure des Drogengeschäfts. Afghanisches Opium dominiert den illegalen Weltmarkt: Mit Opium wurden laut UNDOC dieses Jahr zwischen 1,8 Milliarden und 2,7 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden und 2,4 Milliarden Euro) in Afghanistan umgesetzt. Rund ein Zehntel der afghanischen Wirtschaftsleistung beruht auf Opium.

In Anbetracht der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hatte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniele Ludwig (CSU), vor einer Ausweitung des Angebots von Heroin und Crystal Meth in Europa gewarnt. »Wir müssen damit rechnen, dass die Taliban den Drogenanbau in Zukunft nicht zurückfahren, sondern weiter ausbauen«, hatte Ludwig dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt. Die Taliban kündigten zwar an, die Produktion auf »null« zu reduzieren; Experten bezweifeln das jedoch.

Zumal der Anbau immer lukrativer wird: »Die andauernde Unsicherheit seit August 2021 hat die Opiumpreise im August und September in die Höhe getrieben und stärkt den Anreiz für Opiumanbau«, hieß es in dem Uno-Bericht. Deshalb sei dringend internationale Hilfe nötig, um vor Ort Programme zur Reduktion der Opiumproduktion zu finanzieren. Denn derzeit beginne schon die Aussaat für die Ernte im nächsten Jahr. Das UNODC warnte außerdem vor der steigenden Produktion der Aufputsch-Droge Methamphetamin in Afghanistan.

hba/dpa

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