Afghanistan Taliban lösen Frauenprotest mit Warnschüssen auf

Für Arbeit, Essen und Freiheit: Dutzende Frauen waren in der afghanischen Hauptstadt auf die Straße gegangen. Die Taliban setzten dem Protest brachial ein Ende.
Protestierende Frauen in Kabul: Warnschüsse der Taliban

Protestierende Frauen in Kabul: Warnschüsse der Taliban

Foto: Wakil Kohsar / AFP

Die Taliban haben einen friedlichen Protest von Dutzenden Frauen in Kabul mit Warnschüssen beendet. Auf Aufnahmen des Geschehens in sozialen Medien war zu sehen, wie Kräfte der militanten Islamisten Schüsse abgaben und die Frauen körperlich angriffen, um ihre Versammlung in der afghanischen Hauptstadt aufzulösen.

Die afghanischen Frauen waren am heutigen Samstag für Essen, Arbeit und Freiheit auf die Straße gegangen. Ebenfalls am Samstag wurden bei der Explosion einer an einem Motorrad befestigten Bombe im Westen Kabuls vier Menschen verletzt, darunter auch zwei Taliban, wie ein Sicherheitsbeamter dem Sender Tolo News sagte. Unklar war zunächst, wer hinter dem Zwischenfall steckt. In dem Land verübt unter anderem die mit den Taliban verfeindete Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) immer wieder Anschläge.

Seit ihrer Rückkehr an die Macht im August 2021 als Folge des Abzugs der internationalen Truppen, allen voran der USA, haben die sunnitischen Taliban die grundlegenden Rechte der Frauen eingeengt und Proteste dagegen unterdrückt. Kein Land hat ihre De-facto-Regierung bisher anerkannt. Kurz vor dem ersten Jahrestag ihrer Machtübernahme – dem 15. August – gingen Frauen vermehrt auf die Straße, um die auferlegten Einschränkungen ihrer Rechte auf Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit anzuprangern.

»Wir befinden uns in einer Apotheke, sie haben uns hier eingesperrt«, sagte eine Aktivistin in einem der Videos der jüngsten Demonstration vom Samstag. Die Demonstrantinnen skandierten auch, dass sie die Diskriminierung von Frauen leid seien. Ein anderes Video zeigte eine kleine Gruppe von Frauen, die von den Taliban an einem geschlossenen Ort in die Enge getrieben wurden.

asa/dpa
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