Afghanistan Taliban ordnen Geschlechtertrennung in Kabuler Freizeitparks an

Die Taliban greifen immer stärker in das öffentliche Leben ein: In Kabul dürfen Frauen nur mit Hidschab bekleidet und lediglich an drei Tagen in der Woche Parks benutzen. Auch die Schulbildung für Mädchen wird oft verwehrt.
Taliban in einem Karussell in Kabul (Archivbild 2021): Männer und Frauen dürfen Freizeitparks nur getrennt besuchen

Taliban in einem Karussell in Kabul (Archivbild 2021): Männer und Frauen dürfen Freizeitparks nur getrennt besuchen

Foto: Marcus Yam / Los Angeles Times via Getty Images

Die militant-islamistischen Taliban schränken das öffentliche Leben in Afghanistan weiter ein: In der Hauptstadt Kabul und Umgebung dürfen Freizeitparks nach einer Ankündigung der Islamisten künftig nur noch getrennt von Frauen und Männern besucht werden. Das gab das Taliban-Ministerium für die Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters am Sonntag bekannt. Frauen ist der Zutritt demnach von Sonntag bis Dienstag und nur mit islamischem Hidschab bekleidet erlaubt, wie aus einem vom Ministerium veröffentlichten Zeitplan hervorging. Männer dürfen Freizeitparks von Mittwoch bis Samstag besuchen.

Seit ihrer Rückkehr an die Macht Mitte August 2021 haben die Taliban immer strengere Vorschriften für das öffentliche Leben erlassen. So sollen Frauen ohne männliche Begleitperson nicht weiter als 45 Meilen (etwa 72 Kilometer) reisen dürfen. Frauen können dadurch in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze. Aktuell verhängten die Taliban zudem ein Flugverbot für Afghaninnen ohne männlichen Begleiter.

Mädchen ist außerdem der Schulbesuch ab der 7. Klasse verwehrt. Während der ersten Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 waren Frauen und Mädchen praktisch vollständig von Bildung und Arbeit außerhalb ihres Hauses ausgeschlossen. Doch derzeit wehren sich einige Frauen: Am Samstag hatten zwei Dutzend Demonstrantinnen eine Wiederöffnung der weiterführenden Mädchenschulen gefordert.

Die Entscheidung der Taliban von vergangener Woche, kurz nach der offiziellen Wiederöffnung der weiterführenden Schulen für Mädchen diesen Beschluss wieder rückgängig zu machen, sorgte für scharfe Kritik westlicher Staaten und der EU. Westliche Länder machen eine Anerkennung der Taliban-Regierung unter anderem von Fortschritten bei Frauenrechten abhängig.

hei/dpa