Auftakt in Doha Taliban und Regierung beginnen Friedensgespräche

Die USA haben einen weiteren Truppenabzug aus Afghanistan angekündigt - nun verhandeln die Taliban mit der Regierung an neutralem Ort über einen dauerhaften Frieden. Die Chancen sind gering.
Sie verhandeln über die Zukunft von Afghanistan: Vertreter der Taliban und der Regierung bei ihrem Treffen in Katar

Sie verhandeln über die Zukunft von Afghanistan: Vertreter der Taliban und der Regierung bei ihrem Treffen in Katar

Foto: KARIM JAAFAR / AFP

Um ihre Feindschaft zu beenden, treffen sie sich im Emirat Katar: Delegationen der Taliban und der Regierung Afghanistans sind am Samstag in Doha für eine Eröffnungszeremonie zusammengekommen. Damit haben die innerafghanischen Friedensgespräche begonnen.

Der Vorsitzende des Hohen Rats für Versöhnung, Abdullah Abdullah, bezeichnete den Beginn der Friedensgespräche in Doha als einen Moment, der in Afghanistans Geschichte als Ende der Gewalt eingehen wird.

"Wir sind mit gutem Willen und in guter Absicht hierhergekommen, um das 40-jährige Blutvergießen zu beenden und einen landesweiten und dauerhaften Frieden zu erreichen", sagte Abdullah.

Beide 21-köpfigen Teams hatten sich in den vergangenen Wochen akribisch vorbereitet. Der Beginn der Gespräche war mit großen Hoffnungen verbunden. Die Regierung hat einen Waffenstillstand als Forderung zur obersten Priorität erklärt, doch Experten zweifeln an einer schnellen Umsetzung. Am Rande der Veranstaltung wurde immer wieder betont, dass noch viel Misstrauen zwischen den Konfliktparteien herrscht.

Ein Abkommen der Taliban mit den USA von Ende Februar verpflichtete die Islamisten zur Aufnahme der Friedensverhandlungen. Die Vereinigten Staaten wollen ihre Soldaten abziehen; erst am Donnerstag kündigte US-Präsident Donald Trump einen weiteren Truppenabbau an. Dass die Gespräche nun beginnen, ist das wichtigste Zugeständnis, das die Amerikaner den Taliban im Gegenzug für ihren Abzug abringen konnten.

Bis zuletzt ging der Konflikt in Afghanistan brutal weiter. Ein Gefangenenaustausch, der vor den Gesprächen eigentlich Vertrauen aufbauen sollte, hatte für erhebliche Verzögerungen geführt. Die Taliban hatten seit dem Abkommen mit den USA keine Nato-Soldaten mehr getötet, ihren Kampf gegen die afghanischen Sicherheitskräfte aber intensiv weitergeführt. Jahrelang hatten die Islamisten Gespräche mit Kabul abgelehnt und die Regierung als "Marionette des Westens" bezeichnet.

dop/dpa
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