Terror in Afghanistan Tote nach Explosion in der Stadt Masar-i-Scharif

Erneut wird Afghanistan von Anschlägen erschüttert: Im ehemaligen Bundeswehrstützpunkt Masar-i-Scharif sollen bei einer Explosion mindestens fünf Menschen gestorben sein. In Kabul wurden zwei Kinder verletzt.
Anschlag in Kabul (20. April)

Anschlag in Kabul (20. April)

Foto: Saifurahman Safi / Xinhua / IMAGO

In der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif sind nach Medienberichten mehrere Menschen bei einer Explosion getötet worden. Wie der afghanische Sender Tolonews berichtete, wurden in der Stadt des früheren Bundeswehrstandorts am Donnerstag mindestens fünf Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Die Explosion ereignete sich demnach in einer schiitischen Moschee. Ein Taliban-Vertreter bestätigte die Explosion und Opfer im Stadtzentrum. Er sprach von mehr als 20 Toten und mindestens 50 Verletzten. Genauere Angaben, auch zum Ursprung des Anschlags, gab es zunächst nicht.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul verwundete eine am Straßenrand detonierte Bombe derweil mindestens zwei Kinder, wie ein Polizeibeamter mitteilte. Der Sprengstoff sei im Mittelstreifen einer Straße im Westen der Stadt in einem überwiegend schiitischen Viertel explodiert. Niemand bekannte sich unmittelbar zu der Explosion.

Eine weitere Explosion ereignete sich in der nördlichen Provinz Balch. Sie richtete sich gegen eine schiitische Moschee, wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet. Über die Zahl der Opfer ist bislang nichts bekannt. Derzeit untersuchen die Sicherheitskräfte der Taliban den Vorfall.

Bereits am Dienstag hatte es in Kabul einen verheerenden Anschlag auf eine Schule gegeben, bei dem zahlreiche Menschen getötet worden waren. In örtlichen Berichten war die Rede von bis zu 25 Toten, genaue Informationen gaben die Behörden nicht bekannt.

In Afghanistan gab es jüngst wiederholt Anschläge. Einen Großteil der Angriffe beanspruchte die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) für sich. Die sunnitischen Extremisten betrachten Schiiten als Abtrünnige vom wahren Glauben, obwohl auch sie Muslime sind. Die militant-islamistischen Taliban sind nach ihrer Machtübernahme im August 2021 nach 20 Jahren wieder an der Macht.

mfh/dpa/AP