Nach Machtübernahme durch Taliban Uno berichtet von schweren Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan

Massenhinrichtungen, Unterdrückung von Frauen, Gefahren für Journalisten: Uno-Menschenrechtskommissarin Bachelet spricht von schweren Rechtsverstößen durch die Taliban in Afghanistan.
Wandgemälde in Kabul (Archiv)

Wandgemälde in Kabul (Archiv)

Foto: Rahmat Gul / dpa

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan werden schwere Verletzungen von Menschenrechtlern aus dem Krisenstaat gemeldet. Darüber informierte am Dienstag in Genf die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, bei einer Sondersitzung des Menschenrechtsrats zur Lage in Afghanistan.

Demnach gab es etwa Massenhinrichtungen von Zivilisten und ehemaligen Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte. Weiter sagte Bachelet, der Bewegungsspielraum von Frauen sei in manchen Regionen eingeschränkt worden, Mädchen dürften teils nicht mehr zur Schule gehen. Friedliche Proteste würden unterdrückt und Minderjährige zum Waffendienst geholt. Die Berichte seien glaubhaft, betonte sie.

Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet

Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet

Foto: DENIS BALIBOUSE / REUTERS

»Es bestehen gravierende Risiken für Frauen, Journalisten und die neue Generation von Leitfiguren der Zivilgesellschaft, die in den vergangenen Jahren in Erscheinung traten«, sagte Bachelet. »Afghanistans unterschiedliche ethnische und religiöse Minderheiten sind ebenfalls der Gefahr von Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt, bedenkt man die Muster schwerer Menschenrechtsverletzungen unter Taliban-Herrschaft in der Vergangenheit und Berichte über Tötungen und gezielte Anschläge in den vergangenen Monaten.«

Der Uno-Menschenrechtsrat beschäftigt sich regelmäßig mit der Menschenrechtslage in aller Welt und beruft bei Bedarf Sondersitzungen ein. Er kann Resolutionen verabschieden oder Untersuchungskommissionen einrichten. Er besteht aus 47 Ländern, die von der Uno-Generalversammlung für jeweils drei Jahre bestimmt werden. Darunter ist derzeit auch Deutschland.

asa/dpa
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