Afghanistan USA sichern Truppenabzug mit zusätzlichen Bombern und Kampfjets ab

Die Taliban verüben in Afghanistan täglich Angriffe. Die USA sichern ihre Truppen beim Abzug nun ab – mit zusätzlichen sechs B-52-Langstreckenbombern und zwölf F-18-Kampfjets.
US-Bomber mit Kampfjets (Symbolfoto)

US-Bomber mit Kampfjets (Symbolfoto)

Foto: KIM HONG-JI/ REUTERS

Der Truppenabzug der Nato-Staaten aus Afghanistan läuft. Für die letzten Wochen bis zur vollständigen Räumung aller Außenposten wollen sich die USA nun zusätzlich gegen mögliche Angriffe absichern. Wie US-Generalstabschef Mark Milley mitteilte, soll der Abzug mit zusätzlichen sechs B-52-Langstreckenbombern und zwölf F-18-Kampfjets gedeckt werden.

Laut der Nachrichtenagentur AP soll auch der Flugzeugträger »USS Dwight D. Eisenhower« im nördlichen Arabischen Meer bereitstehen, um die US-Truppen in Afghanistan nötigenfalls zu unterstützen.

Seit einigen Wochen eskaliert die Sicherheitslage in Afghanistan. Nach Angaben des Pentagon gibt es seit dem Beginn des Abzugs am 1. Mai täglich zwischen 80 und 120 Angriffe der radikalislamischen Taliban auf afghanische Ziele. Die internationalen Truppen seien seitdem nicht angegriffen worden.

US-Abzug läuft »nach Plan«

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte, der Abzug verlaufe »nach Plan«. Zuletzt hatte das Pentagon betont, man sehe den Truppenabzug trotz neuer Gefechte nicht bedroht. US-Präsident Joe Biden hatte den Truppenabzug zunächst bis zum 11. September angekündigt – 20 Jahre nach den Anschlägen in New York, die Anlass für den Auslandseinsatz waren. Inzwischen hat unter den Nato-Staaten jedoch ein regelrechtes Wettrennen um den schnellsten Abzug begonnen.

Es war erwartet worden, dass die Taliban nach dem 1. Mai zu einer Großoffensive auf die afghanischen Regierungstruppen ansetzen würden. Die Friedensbemühungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban sind derweil ins Stocken geraten.

Austin und Milley betonten, dass die USA weiterhin eng mit den afghanischen Sicherheitskräften zusammenarbeiten würden, dass sich die Beziehungen mit dem Abzug aber verändern würden. Luftunterstützung etwa muss künftig von US-Basen und Schiffen erfolgen, die Hunderte von Kilometern entfernt sind.

Milley zuversichtlich über Schlagkraft der afghanischen Truppen

Der Generalstabschef warb für Vertrauen in die afghanischen Sicherheitskräfte und die Regierung. Die USA würden diese weiterhin unterstützen, beispielsweise bei der Unterhaltung ihrer Luftstreitkräfte, die bisher stark von ausländischer Unterstützung abhängig waren. »Das Ziel ist, die afghanische Luftwaffe in der Luft zu halten und sie bei der Wartung zu unterstützen«, sagte Milley.

Über die Schlagkraft des afghanischen Militärs zeigte sich der US-Generalstabschef optimistisch. Düstere Szenarien, wonach die Taliban nach dem Abzug der internationalen Truppen zum Sturm auf die Hauptstadt Kabul ansetzen könnten , müssten nicht eintreten, sagte Milley. »Das ist keine ausgemachte Sache. Es gibt signifikante militärische Fähigkeiten der afghanischen Regierung. Wir müssen sehen, was dabei herauskommt.«

fek/AFP/AP
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