Amrullah Saleh Afghanistans Vizepräsident überlebt Bombenattentat

Sein Konvoi wurde in der Hauptstadt Kabul angegriffen: Afghanistans Vizepräsident Saleh ist einem Bombenanschlag entkommen - mehrere Begleiter starben.
Rauchwolken über dem Anschlagsort in Kabul, wo der Konvoi des Vizepräsidenten Saleh angegriffen wurde

Rauchwolken über dem Anschlagsort in Kabul, wo der Konvoi des Vizepräsidenten Saleh angegriffen wurde

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NAJIBA NOORI / AFP

Bald sollen die innerafghanischen Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban beginnen. Die Gewalt im Land jedoch hält an: Afghanistans Vizepräsident Amrullah Saleh ist einem Mordanschlag in der Hauptstadt Kabul entkommen. Mehrere Leibwächter wurden dabei getötet, hieß es aus Salehs Umfeld. In den vergangenen Wochen war es vermehrt zu Angriffen auf Politiker und Aktivisten gekommen.

"Saleh ist sicher und wohlauf"

"Eine Autobombe ist auf der Straße explodiert, an der der Vizepräsident vorbeifuhr", sagte Salehs Berater Homajun Ahmadi am Mittwoch. Er sei nicht verletzt worden, dafür aber mehrere Leibwächter. Laut Innenministerium wurden zwei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt. Selbst Kilometer vom Anschlagsort entfernt war noch eine Rauchwolke zu sehen.

"Dieser Terroranschlag ist fehlgeschlagen, und Saleh ist sicher und wohlauf", sagte der Sprecher des Vizepräsidenten, Raswan Murad. Laut Augenzeugen sollen auch Passanten getötet worden sein.

Der Anschlag erfolgte vor dem geplanten Beginn innerafghanischer Friedensgespräche in Katar. Noch immer gibt es kein Datum für die Gespräche zwischen den islamistischen Taliban und der Regierung.

Bereits in den vergangenen Monaten wurden Politiker, Aktivisten und Religionsvertreter vermehrt gezielt angegriffen oder getötet. Experten sehen dahinter den Versuch, Afghanistans Zivilgesellschaft vor den geplanten Friedensverhandlungen einzuschüchtern und zu schwächen. Die Drahtzieher der gezielten Attentate bleiben in der Regel im Verborgenen.

Mit der US-Regierung hatten die Taliban im Februar ein Abkommen geschlossen, das den schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte regelt. Voraussetzung für den Abzug ist ein Rückgang der Gewalt in Afghanistan. Die afghanische Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt worden, weil die Taliban damals direkte Gespräche abgelehnt hatten. Der gewaltsame Konflikt im Land ging trotz der Vereinbarungen unvermindert weiter.

Die Taliban hatten als Voraussetzung für direkte Friedensverhandlungen mit der Regierung die Freilassung Tausender ihrer Kämpfer aus afghanischen Gefängnissen gefordert. Die Regierung in Kabul entließ daraufhin immer wieder Hunderte Islamisten. Anfang September dann verkündete die afghanische Regierung, sie sehe den Weg für Friedensgespräche mit den Taliban geebnet.

mst/dpa/AFP
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