Kampf gegen die Taliban Afghanische Widerstandsbewegung meldet Gebietsgewinn

Die Taliban haben offenbar erstmals seit ihrer Machtübernahme Gebiete an die Widerstandsbewegung NRF verloren. Eigenen Angaben zufolge haben die Rebellen Teile der Provinz Badakhshan zurückerobert. Die Islamisten dementierten.
Bewaffnete Taliban in Herat

Bewaffnete Taliban in Herat

Foto: Mohsen Karimi / AFP

Seit mehr als einem Jahr sind die Taliban in Afghanistan wieder an der Macht. Noch immer gibt es Widerstand gegen die Herrschaft der Islamisten. Nun hat die nationale Widerstandsbewegung National Resistance Front (NRF) eigenen Angaben zufolge einen Teil der nordöstlichen Provinz Badakhshan von den Taliban zurückerobert.

Ein Anwohner bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass der Distrikt Shekai mit rund 30.000 Einwohnern seit Montag teilweise unter Kontrolle der Rebellen sei. Für die Taliban wäre es das erste Gebiet, das sie an die Widerstandsbewegung verlieren. Sie wiesen die Darstellung entschieden zurück. Unabhängig ließen sich die Angaben zunächst nicht überprüfen.

Ein NRF-Sprecher sagte lokalen Medien, dass die Rebellen zehn Taliban-Kämpfer inklusive des Gouverneurs des Distriktes gefangen genommen hätten. Weitere Taliban seien übergelaufen. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul bezeichnete die Aussagen der NRF als »Lügen« und »falsche Gerüchte«. Der Distrikt Shekai liegt an der Grenze zu Tadschikistan.

Die militant-islamistischen Taliban sind in Afghanistan seit August 2021 wieder an der Macht. Die National Resistance Front gilt neben der Terrormiliz »Islamischer Staat« als größte Konkurrenz zu den Taliban.

asc/dpa
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