Reaktionen auf d Sawahiri »Gut, dass er heute getötet wurde«

Der Topterrorist Aiman al-Sawahiri ist durch einen US-Drohnenangriff in Kabul getötet worden. Die Nachricht wird vor allem in den USA begrüßt – doch auch aus Deutschland gibt es erste Wortmeldungen.
Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri (2006)

Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri (2006)

Foto: AL-JAZEERA / AP / dpa

Er wuchs behütet in einem noblen Kairoer Stadtteil auf, studierte Medizin – und gründete eine Terrorzelle. Dann plante er die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA mit rund 3000 Toten. Nun haben die USA den ägyptischen Islamisten und Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri getötet.

»Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan. Dieser Terroristenanführer lebt nicht mehr«, sagte US-Präsident Joe Biden bei einer Fernsehansprache. Der erfolgreiche Einsatz sei ein klares Signal an alle Feinde der USA: »Egal, wie lang es dauert, egal, wo du dich versteckst: Wenn du eine Bedrohung für unsere Bevölkerung bist, werden die USA dich finden und ausschalten.«

Die Tötung des 71-jährigen Nachfolgers von Osama Bin Laden wird von Politikern und Politikerinnen weltweit wohlwollend aufgenommen.

Die Nachricht seines Todes sei ein Beweis dafür, »dass man Terrorismus ausrotten kann, ohne in Afghanistan im Krieg zu sein«, schrieb der ehemalige US-Präsident Barack Obama auf Twitter. »Und ich hoffe, es bringt ein Quantum Frieden für die 9/11-Familien und alle, die unter al-Qaida leiden mussten.«

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Sawahiri hatte die Führung von al-Qaida nach dem Tod von Osama Bin Laden übernommen, den US-Spezialeinheiten 2011 in Pakistan getötet hatten. Der Ägypter galt als eine zentrale Figur hinter den Anschlägen vom 11. September 2001. Die USA hatten ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

»Der Tod von Aiman al-Sawahiri ist ein Schritt in eine sicherere Welt«, schrieb Kanadas Premierminister Justin Trudeau. Kanada werde weiter mit seinen Partnern daran arbeiten, Terrorgefahren zu bekämpfen und »die Menschen hier und in der Welt zu schützen«.

Aus dem saudi-arabischen Außenministerium hieß es, Sawahiri werde als einer der Anführer des Terrors gesehen, »der die abscheulichsten Terrorangriffe in den USA und Saudi-Arabien geplant und ausgeführt hat«.

Der Autor Ahmed Mansour begrüßte die Tötung des Islamisten auf Twitter. Sawahiri sei »einer der Väter des modernen Terrors«. Statt Menschen als studierter Arzt zu retten, »hat er Menschen im Namen eines religiösen Fanatismus in den Tod geschickt! Gut, dass er heute getötet wurde.«

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Der republikanische US-Senator Marco Rubio sagte: »Die Welt ist sicherer ohne ihn und dieser Schlag demonstriert unser anhaltendes Versprechen, alle Terroristen, die für 9/11 verantwortlich sind und eine Gefahr für die USA darstellen, zu jagen.«

Die grüne Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor warnte indes, mit Sawahiris Tod sei der islamistische Terror nicht besiegt. Finanzströme und Terrorfinanzierung bleiben weiterhin das »größte Problem«, schreibt sie auf Twitter.

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Unterschlupf in Kabul

Die US-Geheimdienste hätten den Terrorführer zu Jahresanfang in Kabul geortet, sagte Biden. Dort habe Sawahiri mit seiner Familie gelebt. Die Aktion sei über Monate vorbereitet worden. Vor einer Woche habe er dann den Befehl gegeben, Sawahiri auszuschalten, sagte der US-Präsident. Bei dem Angriff sei keine andere Person getötet oder verletzt worden.

Dass Sawahiri in Kabul untertauchen konnte, wirft die Frage auf, ob die Taliban den Qaida-Chef unterstützt haben. US-Außenminister Antony Blinken sagte in einem Statement, man werde »angesichts des Unwollens oder Unvermögens der Taliban« weiter die Menschen in Afghanistan mit humanitärer Hilfe unterstützen und ihre Menschenrechte hochhalten, »gerade die von Frauen und Mädchen«.

mrc
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