Ägypter Alaa Abdel Fattah Hungerstreikender Aktivist jetzt in »medizinischer Behandlung«

Seit Monaten befindet sich der inhaftierte ägyptische Aktivist Alaa Abdel Fattah im Hungerstreik. Nach Angaben seiner Familie hat die Leitung des Gefängnisses jetzt eingegriffen.
Der Aktivist Alaa Abdel Fattah

Der Aktivist Alaa Abdel Fattah

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Nariman El-Mofty / AP

Der ägyptische Aktivist Alaa Abdel Fattah ist nach Informationen seiner Familie am Leben und wird derzeit medizinisch behandelt. Der 40 Jahre alte britisch-ägyptische Dissident, der vor rund sieben Monaten im Gefängnis in den Hungerstreik getreten war, befinde sich »in medizinischer Behandlung«, teilte seine Schwester Mona Seif auf Twitter mit. Dies geschehe »mit dem Wissen« der Justiz.

Darüber sei ihre Mutter Leila Sueif von der Strafvollzugsbehörde informiert worden, als sie vor dem Wadi-al-Natrun-Gefängnis rund hundert Kilometer nordwestlich von Kairo erneut auf Neuigkeiten über den Zustand ihres Sohnes gewartet habe, führte Mona Seif aus. »Sicherlich sollte unsere Mutter ihn sehen oder jemand von der britischen Botschaft in Kairo, damit wir seinen wahren Gesundheitszustand erfahren!«, forderte die Schwester.

Am Mittwoch hatte die Familie von Gerüchten berichtet, dass Abdel Fattah zwangsernährt werde. Zudem hatte Mona Seif mitgeteilt, dass die Gefängnisleitung einen Brief ihrer Mutter an Alaa nicht entgegengenommen habe und dadurch die Ungewissheit über sein Schicksal noch verstärkt habe: »Bedeutet das, dass er in einem Zustand ist, in dem er keinen Brief erhalten kann? Oder dass er nicht mehr in diesem Gefängnis ist?«

Abdel Fattah war vor rund sieben Monaten in einen Hungerstreik getreten: Seit dem 2. April nahm er täglich nur ein Glas Tee mit einem Löffel Honig zu sich. Vor einer Woche stellte er nach Angaben seiner Familie die Aufnahme von Kalorien vollständig ein, seit Beginn der Uno-Klimakonferenz am Sonntag habe er damit begonnen, nicht einmal mehr Wasser zu trinken.

Bundeskanzler Olaf Scholz, Großbritannien, Frankreich und Uno-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderten in den vergangenen Tagen die Freilassung des Demokratieaktivisten. Ägyptens Außenminister Sameh Schukri, der zugleich Präsident der derzeitigen Uno-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich ist, hatte in den vergangenen Tagen immer wieder versichert, dass Abdel Fattah »jede notwendige Versorgung« erhalte.

als/AFP
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