Millionenurteil nach Falschaussagen US-Verschwörungsideologe Alex Jones meldet Privatinsolvenz an

Für seine Lügen über das Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule soll der US-Moderator Alex Jones insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar Schadensersatz zahlen. Finanziell sieht es aber bei Jones offenbar schlecht aus.
Infowars-Gründer Jones (am 4. Oktober)

Infowars-Gründer Jones (am 4. Oktober)

Foto: Mike Segar / REUTERS

Der Verschwörungsideologe und Gründer des US-Internetportals Infowars, Alex Jones, ist offenbar in finanziellen Schwierigkeiten. Wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP unter Berufung auf Gerichtsunterlagen aus dem Bundesstaat Texas berichten, hat Jones Privatinsolvenz angemeldet.

Der Schritt folgt, nachdem ein Gericht im Bundesstaat Connecticut Jones im Oktober zur Zahlung von insgesamt 965 Millionen Dollar an Hinterbliebene des Amoklaufs an der Sandy-Hook-Grundschule im Jahr 2012 verurteilt hatte. Im November verurteilte ein Gericht Jones zur Zahlung von weiteren 473 Millionen Dollar Schadensersatz.

Den Berichten zufolge hat Jones bei einem Konkursgericht in der Stadt Houston Insolvenzschutz beantragt. Seine Verbindlichkeiten werden mit einer Höhe zwischen einer und zehn Milliarden Dollar angeführt.

Jones leugnete den Sandy-Hook-Amoklauf

Jones, der als Moderator in seiner eigenen »Alex Jones Show« über Jahrzehnte vermeintliche Intrigen und Verschwörungen aufzudecken vorgab, gilt als enger Unterstützer des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Im Zusammenhang mit dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in der Kleinstadt Newtown mit 20 getöteten Kindern hatte Jones immer wieder ohne Belege behauptet, das Massaker habe nie stattgefunden. Vielmehr sei der Vorfall erfunden worden, um strengere Waffengesetze durchzusetzen.

Die Justiz in Connecticut sprach den Hinterbliebenen der Opfer für die Aussagen Schadensersatzzahlungen durch Jones zu. Der 48-Jährige und sein Medienunternehmen hätten die Hinterbliebenen von Opfern des Massakers fast ein Jahrzehnt lang »böswillig und abscheulich« attackiert, befand eine Richterin. Jones’ Verhalten sei zutiefst »verwerflich und tadelnswert«.

Für Jones ist es nicht das erste Insolvenzverfahren. Seine Plattform Infowars hatte bereits im April Konkurs beantragt. Über die enormen Schadensersatzzahlungen hatte er sich in einer Sendung auf Infowars lustig gemacht und gesagt, er werde die Summen nie begleichen können. Berichten zufolge soll der Wert von Jones’ Medienunternehmen allerdings bis zu 270 Millionen Dollar betragen.

fek/Reuters/AP
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