Alexandria Ocasio-Cortez Linke Demokratin attackiert Kamala Harris für Warnung an Migranten

»Enttäuschend, das zu sehen«: Alexandria Ocasio-Cortez hat Vizepräsidentin Kamala Harris für deren Aussagen über Migranten kritisiert. Ihre Parteifreundin habe grundlegende Rechte ignoriert.
Alexandria Ocasio-Cortez (2019)

Alexandria Ocasio-Cortez (2019)

Foto: MANDEL NGAN/ AFP

Bei ihrer ersten Auslandsreise hatte Kamala Harris in Guatemala potenzielle Migranten mit einer deutlichen Botschaft vor der gefährlichen Reise in die USA gewarnt: »Kommt nicht hierher.« Für diese Aussage muss sich die Vizepräsidentin nun Kritik gefallen lassen – auch aus der eigenen Partei.

Alexandria Ocasio-Cortez, Kongressabgeordnete aus New York City, schrieb auf Twitter, sie sei »enttäuscht, das zu sehen«: »Erstens ist es 100 Prozent legal, an der US-Grenze um Asyl zu bitten. Zweitens haben die USA über Jahrzehnte Regimewechsel und Instabilität in Lateinamerika vorangetrieben. Wir können nicht dabei helfen, jemandem das Haus anzuzünden – und die Person dann dafür verurteilen, dass sie flieht.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die progressive Ocasio-Cortez, seit 2018 im Kongress, steht für den linken Flügel der Demokraten und hat sich mit klaren Aussagen auch über die eigene Partei einen Namen gemacht. Unter anderem hatte sich der ehemalige US-Präsident Donald Trump an ihr abgearbeitet.

Auch von Menschenrechtsgruppen kam teils harsche Kritik an der plakativen Aussage von Harris. Diese habe missachtet, dass das Gesuch nach Asyl unter internationalem wie auch unter US-Recht einem jeden Menschen zustehe.

Harris war von Präsident Joe Biden federführend mit der Lösung des Migrationsproblems betraut worden. Seit dessen Amtsantritt im Januar sind die Zahlen der Migranten an der Südgrenze der USA zu Mexiko stark gestiegen. Viele von ihnen stammen aus Guatemala.

Darauf ging Harris bei ihrem Auftritt in Guatemala direkt ein – und wurde deutlich. Denjenigen, die überlegten, die gefährliche Reise zur US-Grenze auf sich zu nehmen, sagte sie: »Kommt nicht hierher.« Wer an die Grenze komme, werde zurückgewiesen, erklärte Harris.

Auch werde die US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit bis zu 88 Millionen Dollar für Programme in Guatemala zur Verfügung stellen – um jungen, indigenen Frauen zu helfen und wirtschaftliche Chancen zu erhöhen.

Mexiko und die USA wollen gegen Fluchtursachen ankämpfen

Bei dem gemeinsamen Auftritt mit dem guatemaltekischen Präsidenten Alejandro Giammattei nach einem – nach ihrer Darstellung »sehr offenen« – bilateralen Gespräch betonte Harris, es sei im Interesse der USA zu helfen, solche Chancen zu schaffen und Wohlstand zu teilen. Sie spreche auch mit Unternehmensvorsitzenden, damit diese in Guatemala investierten.

Auch bei ihrer zweiten Station in Mexiko ging es vor allem um die Migration. Mit Programmen zur Förderung landwirtschaftlicher Entwicklung und zur Ermächtigung junger Menschen wollen die USA und Mexiko demnach den Bewohnern von Guatemala, Honduras und El Salvador bessere ökonomische Perspektiven bieten.

Die Mehrheit der Zehntausenden Menschen, die jeden Monat irregulär über Mexiko in die USA einzureisen versuchen, stammt entweder aus einem dieser drei Länder oder aus Mexiko. Sie wandern oft wegen Perspektivlosigkeit durch Armut und Korruption aus, leiden aber auch unter Gewalt krimineller Gruppen, Dürre, Unterernährung und den Folgen von Naturkatastrophen.

jok