Klinik in Omsk Arzt, der Nawalny behandelte, plötzlich gestorben

Unmittelbar nach seiner Vergiftung wurde Alexej Nawalny in einer Klinik in Sibirien behandelt. Der dortige Vizechefarzt ist jetzt im Alter von 55 Jahren gestorben. Genaue Angaben zu seiner Todesursache gibt es nicht.
Sergej Maximischin behandelte Nawalny – jetzt ist er tot

Sergej Maximischin behandelte Nawalny – jetzt ist er tot

Foto: Ministry of Health Omsk Oblast

Sergej Maximischin, stellvertretender Chefarzt der Klinik im sibirischen Omsk, in der Alexej Nawalny nach dem Giftangriff behandelt wurde, ist im Alter von 55 Jahren »plötzlich« verstorben. Das berichtete das unabhängige Internetportal Taiga-Info. Weitere Angaben zur Todesursache gibt es nicht – mehrere Medien berichteten allerdings, dass der Arzt kein Corona gehabt haben soll.

Das unabhängige Internetportal Open Media zitierte die Pressesprecherin des regionalen Gesundheitsministeriums mit den Worten: »Der Mann war krank, machte sich Sorgen um seine Verwandten, er hat dieses Jahr seine Eltern beerdigt.« Innerhalb eines Jahres habe er fast alle seine Angehörigen verloren, nun sei er selbst gestorben. Den Angaben zufolge bei der Arbeit. »Er war im Krankenhaus, wurde auf die Intensivstation gebracht und starb dort.«

Alexander Murachowski, Chefarzt der Klinik, war dagegen im vergangenen Herbst befördert worden. Er stieg zum Leiter des regionalen Gesundheitsministeriums auf. Murachowski hatte eine Vergiftung von Nawalny ausgeschlossen und seine Ausreise nach Deutschland abgelehnt.

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny war Ende August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Zunächst wurde er dann nach einer Notlandung der Maschine im Krankenhaus in Omsk behandelt. Zwei Tage später wurde er, noch im Koma liegend, zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht.

Nawalny erneut vor Gericht

Nawalny wurde am 17. Januar unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Deutschland am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen. Am Dienstag wurde der russische Oppositionsführer dann in einem in westlichen Ländern kritisierten Gerichtsverfahren zu mehreren Jahren Straflager verurteilt, weil er gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben soll.

Am Freitag steht Nawalny wegen Verleumdung eines Weltkriegsveteranen erneut vor Gericht. Die russische Justiz wirft dem 44-Jährigen »unwahre« und »beleidigende« Äußerungen über einen Weltkriegsveteranen vor. Dieser hatte sich in einem Video für das Verfassungsreferendum von Russlands Präsident Wladimir Putin ausgesprochen.

Nawalny hatte das Video auf Twitter veröffentlicht und den Veteranen sowie weitere Akteure als »Schande für das Land«, »Menschen ohne Gewissen« und »Verräter« bezeichnet. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm eine Geldstrafe von bis zu fünf Millionen Rubel (56.000 Euro) und bis zu fünf Jahre Haft.

als/heb
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