Nach Sorgen über seinen Verbleib Nawalny meldet sich aus neuem Straflager

Ein Lebenszeichen von Alexej Nawalny: Der verurteilte Kremlkritiker hat eine Botschaft über sein neues Gefängnis veröffentlicht, wo offenbar härtere Haftbedingungen herrschen. Nawalnys Sprecherin fürchtet um sein Leben.
Nawalny in seinem ehemaligen Gefängnis bei Moskau (Ausschnitt aus Video)

Nawalny in seinem ehemaligen Gefängnis bei Moskau (Ausschnitt aus Video)

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Alexander Zemlianichenko / dpa

Alexej Nawalny ist nach eigenen Angaben in die Strafkolonie 6 in Melechowo nahe der Stadt Kowrow verlegt worden, wo härtere Haftbedingungen herrschten. Dort befinde er sich zurzeit in Quarantäne, berichtete der 46-jährige inhaftierte Kremlkritiker bei Instagram.

Zuvor hatten sich Angehörige, Mitarbeiter, Freunde und Unterstützer Sorgen gemacht über den Verbleib des schärfsten Gegners von Wladimir Putin. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch sagte am Dienstag, sein Leben sei in Gefahr.

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Der Anwalt des Antikorruptionskämpfers hatte im Straflager in Pokrow keine Auskunft dazu bekommen, wohin der Oppositionsführer verlegt worden war. Nun habe auch der Anwalt Nawalny in dem Straflager gesehen, sagte Jarmysch.

Das Lager Melechowo liegt rund 150 Kilometer weit entfernt von der Strafkolonie Pokrow. Das sind etwa 260 Kilometer nordöstlich von der russischen Hauptstadt Moskau. Putins Machtapparat tue alles, um den Kontakt der Anwälte und der Familie zu Nawalny zu erschweren, sagte Jarmysch.

Im Mai hatte ein Gericht die neunjährige Haftstrafe gegen Nawalny wegen angeblichen Betrugs bestätigt. Damit wurde die Verlegung in ein Straflager mit härteren Haftregeln rechtskräftig. In russischen Haftanstalten für Schwerverbrecher dürfen die Insassen seltener Angehörige treffen, Päckchen und Briefe empfangen oder zum Ausgang an die frische Luft.

Ende Mai hatte Nawalny selbst über eine neue Anklage der russischen Justiz informiert. Diesmal gehe es um Extremismus und ein Strafmaß von möglichen weiteren 15 Jahren Haft. Zuvor war in Russland seine Antikorruptionsstiftung als extremistisch eingestuft worden.

Mit seinen Enthüllungen über Korruption und Machtmissbrauch im russischen Staatsapparat hat er sich viele Feinde gemacht. Bisher endete jede Anklage gegen den bekanntesten Gegner Putins mit einem Schuldspruch.

als/dpa
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