Nach mutmaßlicher Vergiftung Russische Polizei leitet "Vorermittlungen" zum Fall Nawalny ein

Bisher hatte der Kreml sich geweigert, Ermittlungen zum Fall Nawalny anzustellen. Nun ermittelt die Polizei im sibirischen Omsk - mehr als hundert Gegenstände von "möglichem Beweiswert" seien sichergestellt worden.
Ein Mann auf einer Demonstration im russischen Chabarowsk: "Nawalny wurde vergiftet, wir wissen, wer schuld ist, Alexej, du musst leben", steht auf seinem Plakat

Ein Mann auf einer Demonstration im russischen Chabarowsk: "Nawalny wurde vergiftet, wir wissen, wer schuld ist, Alexej, du musst leben", steht auf seinem Plakat

Foto: Igor Volkov / dpa

Nach der mutmaßlichen Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny hat die Polizei im sibirischen Omsk laut eigenen Angaben "Vorermittlungen" eingeleitet. "Mehr als hundert Gegenstände von möglichem Beweiswert" seien sichergestellt worden, erklärte die sibirische Zweigstelle des russischen Innenministeriums.

Zudem seien die Orte untersucht worden, an denen Nawalny sich am fraglichen Tag aufgehalten habe. Vorerst hatten sie laut der Agentur Interfax keine "stark wirkenden Mittel oder Drogen gefunden". Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Nawalny wird seit Samstag in der Berliner Charité behandelt, nachdem er auf einem Inlandsflug zusammengebrochen und zunächst in einem Krankenhaus im sibirischen Omsk behandelt worden war.

Auch die Ärzte der Berliner Charité gehen nach ihren bisherigen Befunden von einer Vergiftung durch eine "Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer" bei Nawalny aus. Nawalnys Team ist überzeugt, dass der 44-Jährige vergiftet wurde. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auf ihn wurden schon mehrere Anschläge verübt. Der Kreml hatte sich bislang geweigert, Untersuchungen im Fall Nawalny aufzunehmen.

Im Rahmen der Vorermittlungen sei unter anderem Nawalnys Hotelzimmer in Tomsk untersucht worden, wo er vor seinem Abflug übernachtet hatte, erklärte das Ministerium. Zudem würden Aufnahmen aus Überwachungskameras ausgewertet.

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Die Bundesregierung hatte die russischen Behörden "dringlich aufgerufen, diese Tat bis ins Letzte aufzuklären - und das in voller Transparenz". Die Verantwortlichen müssten ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden.

höh/Reuters/AFP
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