Giftanschlag auf russischen Oppositionellen Kreml weist Nawalnys Vorwurf an Putin zurück

Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny hat im SPIEGEL den Vorwurf erhoben, dass Wladimir Putin hinter dem Giftanschlag auf ihn stecke. Der Kreml bezeichnet dies als "unbegründet und inakzeptabel".
Russlands Präsident Wladimir Putin

Russlands Präsident Wladimir Putin

Foto: Alexei Druzhinin / TAR-TASS / imago images

Kremlkritiker Alexej Nawalny macht den russischen Präsidenten Wladimir Putin für seine Vergiftung verantwortlich. Die Regierung in Moskau weist nun die Anschuldigung, die Nawalny im Interview mit dem SPIEGEL  geäußert hatte, scharf zurück.

"Solche Vorwürfe gegen den russischen Präsidenten sind absolut unbegründet und inakzeptabel", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Manche Angaben Nawalnys in dem Interview mit dem SPIEGEL seien gar "beleidigend". Der russische Oppositionelle ist fest entschlossen, trotz des Giftanschlags nach Russland zurückzukehren. Peskow sagte dazu, dies stehe dem Kremlkritiker frei. Er könne sich auch in Russland weiter behandeln lassen.

"Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht, und andere Versionen des Tathergangs habe ich nicht", sagte Nawalny dem SPIEGEL. "Meine Aufgabe ist jetzt, der Typ zu bleiben, der keine Angst hat. Und ich habe keine Angst." Seine zittrigen Hände seien nicht Ausdruck seiner Furcht, sondern des Gifts. "Das Geschenk, nicht nach Russland zurückzukehren, werde ich Putin nicht machen." Dieser hätte sonst sein Ziel erreicht, sagte Nawalny.

Er war im August auf einem innerrussischen Flug zusammengebrochen. Zuerst wurde er im sibirischen Omsk, später dann in der Berliner Charité behandelt. Die Bundesregierung erklärte nach zahlreichen Tests, Nawalny sei mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden. Die Regierung in Moskau hat wiederholt jede Verantwortung zurückgewiesen.

mes/Reuters/AP
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