Oleksandra Matwijtschuk Ukrainische Menschenrechtsaktivistin erhält Alternativen Nobelpreis

Der Alternative Nobelpreis geht erstmals in die Ukraine: Ausgezeichnet wurde die Menschenrechtsaktivistin Oleksandra Matwijtschuk – für ihren Einsatz für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Olexandra Matwijtschuk

Olexandra Matwijtschuk

Foto: Right Livelihood Foundation / dpa

Die ukrainische Menschenrechtsaktivistin Olexandra Matwijtschuk und das Center for Civil Liberties (CCL) erhalten den diesjährigen Alternativen Nobelpreis. Dies gab die Right-Livelihood-Stiftung in Stockholm bekannt. Matwijtschuk erhalte die Auszeichnung »für den Aufbau nachhaltiger demokratischer Institutionen in der Ukraine und die Gestaltung eines Weges zur internationalen Strafverfolgung von Kriegsverbrechen«.

Als Vorsitzende des 2007 gegründeten Zentrums für bürgerliche Freiheiten (CCL) trage Matwijtschuk zur Stärkung der ukrainischen Zivilgesellschaft und staatlicher demokratischer Strukturen bei und setze sich für die Förderung nationalen und internationalen Rechts ein, hieß es in der Begründung der Stiftung. Sie dokumentiere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen. Damit ebne sie den Weg zur gesellschaftlichen und rechtlichen Aufarbeitung, die seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 von besonders großer Bedeutung sei.

So sieht der Alternative Nobelpreis aus – die Skulptur wurde aus eingeschmolzenen illegalen Schusswaffen aus Konfliktgebieten hergestellt

So sieht der Alternative Nobelpreis aus – die Skulptur wurde aus eingeschmolzenen illegalen Schusswaffen aus Konfliktgebieten hergestellt

Foto: Right Livelihood Foundation / picture alliance / dpa

Auszeichnung geht auch nach Somalia, Uganda und Venezuela

Matwijtschuk ist nicht die einzige Preisträgerin. Außerdem werden die somalischen Menschenrechtsaktivistinnen Fartuun Adan und Ilwad Elman, das venezolanische Kollektiv Cecosesola und das Africa Institute for Energy Governance (Afiego) mit dem Preis ausgezeichnet.

  • Cecosesola (Central de Cooperativas de Lara) erhielt den Preis »für die Entwicklung einer gerechten und leistungsfähigen Gemeinschaftsökonomie als Alternative zum profitorientierten Wirtschaftsmodell«. Das Netzwerk von Gemeinschaftsorganisationen aus einkommensschwachen Regionen produziert erschwingliche Waren und Dienstleistungen für mehr als 100.000 Familien in sieben venezolanischen Bundesstaaten und stellt sie weit unter Einzelhandelspreisen bereit. Das Kollektiv ist in den vergangenen 55 Jahren stetig gewachsen und sei »eine Inspiration für alle, die nach alternativen ökonomischen Ansätzen suchen«.

Gruppe in einem Schulungsraum der Cecosesola

Gruppe in einem Schulungsraum der Cecosesola

Foto: Fabricio Ernesto M. González / dpa
  • Für den Einsatz für Klimagerechtigkeit wurde das Africa Institute for Energy Governance (Afiego) aus Uganda ausgezeichnet. Die Organisation unterstützt Gemeinden dabei, sich gegen umweltschädliche Projekte bei der Öl- und Gasförderung zu wehren. Durch Lobbyarbeit, Medienkampagnen sowie lokale und internationale rechtliche Schritte habe Afiego dafür gesorgt, dass die Stimmen der Gemeinden bei Entscheidungsträgern Gehör finden, erklärte Right Livelihood.

Dickens Kamugisha, Chef der Organisation Afiego

Dickens Kamugisha, Chef der Organisation Afiego

Foto: Mutale Joshua / dpa
  • Weitere Preisträgerinnen sind die somalischen Menschenrechtsaktivistinnen Fartuun Adan und Ilwad Elman. Mutter und Tochter unterstützen mit ihrer Organisation Elman Peace Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt. Zudem resozialisieren sie ehemalige Kindersoldaten und -soldatinnen und ermöglichen Frauen und Jugendlichen berufliche Bildung und das Erlernen von Führungskompetenzen.

llwad Elman, Fartuun Adan (undatierte Aufnahme)

llwad Elman, Fartuun Adan (undatierte Aufnahme)

Foto: Courtesy of Elman Peace / dpa

Mit dem seit 1980 verliehenen Right Livelihood Award werden alljährlich kurz vor den eigentlichen Nobelpreis-Bekanntgaben Persönlichkeiten und Organisationen geehrt, die sich den größten Problemen der Welt entgegenstellen.

Die Preise sind mit jeweils einer Million schwedischen Kronen (rund 100.000 Euro) dotiert. Das Geld ist für die Unterstützung der Arbeit der Preisträger gedacht und nicht zur persönlichen Verwendung. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der US-Whistleblower Edward Snowden und die Umweltaktivistin Greta Thunberg.

Dazu zählt die Right-Livelihood-Stiftung vor allem den Kampf für Menschenrechte und Frieden sowie gegen die Klimakrise und Umweltprobleme. Die Auszeichnung wird am 30. November in Stockholm überreicht. Sie steht in kritischer Distanz zu den Nobelpreisen, deren diesjährige Preisträger ab Montag in Stockholm und Oslo verkündet werden.

als/AFP/dpa
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