Nach Vorwurf der russischen Propaganda Amnesty International bedauert Ärger über Ukraine-Bericht

Amnesty International hatte mit einem kritischen Bericht über Taktiken der ukrainischen Armee einen Eklat und einen Rücktritt ausgelöst. Nun äußert die Organisation Bedauern, doch hält an ihren Erkenntnissen fest.
Eine zerstörte Schule im ukrainischen Wassylkiw: In dem umstrittenen Bericht hatte Amnesty International dem ukrainischen Militär vorgeworfen, Stützpunkte unter anderem in Schulen errichtet zu haben

Eine zerstörte Schule im ukrainischen Wassylkiw: In dem umstrittenen Bericht hatte Amnesty International dem ukrainischen Militär vorgeworfen, Stützpunkte unter anderem in Schulen errichtet zu haben

Foto: IMAGO/Mykhaylo Palinchak / IMAGO/ZUMA Wire

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat ihr Bedauern über den Ärger zum Ausdruck gebracht, den sie mit einem kritischen Bericht über die ukrainische Armee losgetreten hat. Amnesty bedauere »zutiefst die Verärgerung und die Wut, die unsere Pressemitteilung über die Kampftaktik des ukrainischen Militärs ausgelöst hat«, teilte die Organisation mit. Zugleich betonte sie: »Wir stehen voll und ganz zu unseren Erkenntnissen.« Diese rechtfertigten aber in keiner Weise russische Verstöße.

Die Veröffentlichung des Berichts am Donnerstag hatte einen Aufschrei in der Ukraine ausgelöst. Die Leiterin des Ukraine-Büros der Menschenrechtsorganisation, Oksana Pokaltschuk, trat zurück und beschuldigte Amnesty, russische Propaganda übernommen zu haben.

In dem umstrittenen Bericht hatte die Organisation dem ukrainischen Militär vorgeworfen, Zivilisten gefährdet zu haben, indem es etwa Stützpunkte in Wohngebieten, Schulen und Krankenhäusern errichtet habe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf der Organisation vor, sie habe damit »Opfer und Angreifer gewissermaßen auf eine Stufe gestellt«.

In dem Bericht hatte Amnesty neben den Vorwürfen an die ukrainische Armee auch betont, dass deren Vorgehen »keinesfalls« die »wahllosen russischen Angriffe« gegen die Zivilbevölkerung rechtfertige.

jso/AFP
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