Telefonat mit Außenminister Lawrow zur Ukrainekrise Baerbock warnt Russland vor Grenzverletzung

Annalena Baerbock hat mit dem russischen Ressortchef Sergej Lawrow in einem Telefonat über die Ukrainekrise gesprochen. Man wolle einen »offenen und ehrlichen Austausch«, teilte die Bundesaußenministerin mit.
Außenministerin Annalena Baerbock

Außenministerin Annalena Baerbock

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Gonzalo Fuentes / AP

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat ihren russischen Amtskollegen Sergej Lawrow erneut davor gewarnt, die Grenze der Ukraine zu verletzen. Wie das Auswärtige Amt in Berlin am Dienstag mitteilte, strebe Baerbock einen »offenen und ehrlichen Austausch« an. Die Ministerin habe in dem Gespräch unterstrichen, dass die territoriale Integrität der Ukraine nicht verletzt werden dürfe.

Es brauche jetzt Fortschritte bei Gesprächen innerhalb des sogenannten Normandie-Formats, hieß es. Dabei versuchen Deutschland und Frankreich, im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. »Die Einladung dazu liegt seit Wochen, seit Monaten auf dem Tisch«, hatte Baerbock bereits beim G7-Treffen gesagt.

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Die G7 hatten Russland beim Treffen der Außenminister am Wochenende in Liverpool vor einem Einmarsch in die Ukraine gewarnt. Dies hätte »massive Konsequenzen«, drohten Deutschland, die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan.

Russland hat an der Grenze zur Ukraine in den vergangenen Wochen Zehntausende Soldaten zusammengezogen. Dies weckt Befürchtungen im Westen, dass eine Invasion der russischen Armee im Nachbarland bevorstehen könnte. Moskau bestreitet dies und wirft seinerseits der Regierung in Kiew Provokationen vor.

Selenskyi macht Deutschland Vorwürfe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Deutschland am Dienstag beschuldigt, Waffenlieferungen zu verhindern. Angesichts der »Aggression« Russlands wollte Selenskyj zusätzliche Verteidigungswaffen vom Westen erwerben. Doch die Lieferungen würden wegen einer deutschen Blockade nicht ankommen, behauptet Selenskyj nun in einem Interview mit der italienischen Zeitung »La Repubblica«.

Aus Angst vor einer Eskalation vor Ort hatte der Westen lange gezögert, Waffen an Kiew zu verkaufen. Schließlich gelang es den Ukrainern, einige Verteidigungssysteme zu erwerben, darunter Vorrichtungen für US-Javelin-Panzerabwehrraketen und türkische Drohnen.

ngo/dpa/Reuters/AFP