Artillerie und großkalibrige Waffen Armenien meldet Angriffe durch Aserbaidschan

Seit Jahrzehnten liegen die Länder im Streit, nun ist es an der Grenze von Armenien und Aserbaidschan erneut zu Gewalt gekommen. Die Attacken gelten nicht der umkämpften Enklave Bergkarabach.
Armenische Soldaten (Aufnahme aus September 2020)

Armenische Soldaten (Aufnahme aus September 2020)

Foto: Vagram Bagdasaryan / imago images/ITAR-TASS

Im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan hat es am Dienstag erneut einen schweren Gewaltausbruch an der Grenze der beiden Länder gegeben. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig. Das armenische Verteidigungsministerium erklärte, Aserbaidschan habe armenische Stellungen nahe der Städte Goris, Sotk und Dschermuk mit Artillerie und großkalibrigen Waffen angegriffen.

Aserbaidschan warf Armenien hingegen »großangelegte subversive Handlungen« in Grenznähe und Beschuss seiner Militärstellungen vor. Dabei sind laut Verteidigungsministerium des Landes auch aserbaidschanische Soldaten gestorben.

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Die früheren Sowjetrepubliken bekriegen einander seit Jahrzehnten wegen des Gebiets Bergkarabach. Allerdings trafen die Attacken dieses Mal nicht Stellungen in dem umkämpften Gebiet. Die Stellungen bei den Städten Goris, Sotk und Dschermuk liegen auf dem Gebiet Armeniens in der Nähe der Grenze zu Aserbaidschan.

Nach einem ersten Krieg in den Neunzigerjahren hatten sich Armenien und Aserbaidschan im Herbst 2020 erneut einen Krieg um die umstrittene Region Bergkarabach geliefert.

Völkerrechtlich gehört das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Gebiet zu Aserbaidschan, von dem es sich aber 1991 losgesagt hatte. Aserbaidschan hatte in dem Krieg, in dem mindestens 6500 Menschen starben, Territorium zurückgewonnen, das es in einem früheren Konflikt verloren hatte. Aserbaidschan wird von der Türkei unterstützt.

Gewalt könnte Problem für Russland werden

Bei den sechswöchigen Gefechten wurden 6500 Menschen getötet, bis die Kämpfe durch ein von Russland vermitteltes Waffenstillstandsabkommen beendet wurden. Dabei musste Armenien große Gebiete aufgeben.

Im April 2022 hatten beide Länder erklärt, bei Friedensgesprächen nach dem Krieg in Bergkarabach einen Friedensvertrag unter Vermittlung der EU aushandeln zu wollen. Armenischen Angaben zufolge sollte auch eine Kommission eingerichtet werden, die sich mit Fragen der Sicherheit und Stabilität entlang der Grenze beschäftigen soll.

Der Waffenstillstand wird von russischen Truppen überwacht. Anfang August dieses Jahres war die Gewalt neu aufgeflammt. Für Russland wird die Überwachung der Krisenregion zunehmend zur Belastung, denn Zehntausende russische Soldaten sind bereits im Krieg in der Ukraine im Einsatz.

Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Version des Artikels hatte den aktuellen Gewaltausbruch in Bergkarabach verortet. Tatsächlich meldet Armenien aserbaidschanische Angriffe im Grenzgebiet außerhalb der umkämpften Region. Wir haben die Stellen entsprechend angepasst.

jok/AFP
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