Konflikt um Bergkarabach Armenier demonstrieren gegen Zugeständnisse an Aserbaidschan

In Armenien haben Tausende den Rücktritt ihres Regierungschefs gefordert. Sie fürchten, er werde die umstrittene Region Bergkarabach abtreten.
Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan

Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan

Foto: Kay Nietfeld / picture alliance/dpa

Tausende Menschen haben in Armenien gegen mögliche Zugeständnisse der Regierung an Aserbaidschan protestiert. Anhänger der Opposition versammelten sich am Sonntag im Zentrum der armenischen Hauptstadt Eriwan und forderten den Rücktritt von Regierungschef Nikol Paschinjan. Die Opposition wirft Paschinjan vor, die umstrittene Region Bergkarabach komplett an Aserbaidschan abtreten zu wollen. Im März hatte der Regierungschef im Parlament gesagt, die internationale Gemeinschaft appelliere an Armenien, »seine Forderungen in Bezug auf Bergkarabach herunterzuschrauben«.

Oppositionsführer Ischchan Sagateljan warf Paschinjan am Sonntag »Verrat« vor und sagte, ein »politischer Status von Bergkarabach innerhalb Aserbaidschans« sei »inakzeptabel«. Demonstranten trugen Plakate mit den Aufschriften »Bergkarabach« und – in Anspielung auf die turksprachigen Aserbaidschaner – »Ein Armenien ohne Turken«.

Die Kaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan streiten seit Jahrzehnten um die Kontrolle über die Region Bergkarabach. Im Herbst 2020 hatten sie sich wochenlang heftige Kämpfe geliefert, mehr als 6500 Menschen wurden dabei getötet. Die Gefechte endeten mit einer Waffenstillstandsvereinbarung zugunsten Aserbaidschans. Trotz der Einigung flammt die Gewalt immer wieder auf.

cpa/afp