Mehr Schutz für Lebensraum EU-Staaten beschließen Strategie zur Rettung der Artenvielfalt

Die EU-Umweltminister sind sich einig: Tiere und Pflanzen brauchen mehr Schutz. Eine neue Strategie soll helfen, Artenvielfalt zu erhalten und der Zerstörung von Landschaften vorzubeugen.
Konikpferde in einem Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz (Archivfoto)

Konikpferde in einem Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz (Archivfoto)

Foto: Thomas Frey/ dpa

25.000 Kilometer Flüsse sollen renaturiert, drei Milliarden Bäume gepflanzt werden: Die Umweltminister der EU haben eine Strategie zum Erhalt der Artenvielfalt beschlossen. Demnach sollen die Naturschutzflächen in der Union bis 2030 von 18 auf 30 Prozent der Land- und Meeresflächen ausgeweitet und ein Drittel davon unter strengen Schutz gestellt werden. Die Umweltminister unterstützen Vorschläge der EU-Kommission vom Mai.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) verkündete den Beschluss der 27 Staaten bei einer Ministertagung in Luxemburg. Zuvor hatte sie bereits gesagt, die Umweltminister wollten für den Artenschutz weniger Pestizide, weniger Antibiotika in der Tierzucht, weniger Gülle-Einsatz und mehr Schutzgebiete auf dem Land und auf dem Meer. Die Biodiversitätsstrategie sei eine wichtige Grundlage dafür, die Naturlandschaften in Europa zu erhalten.

Es gehe hier nicht um romantischen Naturschutz, sagte EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius. Vielmehr müssten Lebensbedingungen für künftige Generationen erhalten und eine widerstandsfähigere Gesellschaft aufgebaut werden.

Erst diese Woche hatte die EU-Umweltbehörde EEA Alarm geschlagen, dass die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten in Europa weiter zurückgehe. Vor allem intensive Landwirtschaft und Zersiedelung nähmen ihnen den Lebensraum.

Die Naturschutzorganisation WWF Deutschland bezeichnete die neue Strategie als "wegweisenden Schritt". Es komme nun aber auch auf die Umsetzung an. "Uns mangelte es auch in der Vergangenheit nicht an ambitionierten Zielen. Es war die Umsetzung, in der die Staaten meist kläglich scheiterten."

Die Strategie sei "ein starkes Zeichen", hieß es vom Naturschutzbund (Nabu). Er kritisierte jedoch, dass die Ziele durch jüngste Beschlüsse der Landwirtschaftsminister zur künftigen EU-Agrarpolitik boykottiert würden (lesen Sie hier den SPIEGEL-Leitartikel zur EU-Agrarpolitik ). Die Organisation verwies darauf, dass die EU-Agrarminister den Anteil der Flächen, der für Natur zur Verfügung stehen soll, mit fünf Prozent nur halb so hoch wie die Umweltminister angesetzt hätten.

als/dpa/AFP
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