Vor Parlamentswahl Aserbaidschan lässt armenische Kriegsgefangene frei

Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen um die Konfliktregion Bergkarabach vor rund einem halben Jahr. Die Spannungen zwischen Armenien und Aserbaidschan halten an. Aber es bewegt sich was.
Aufnahme von Oktober 2020 aus der umkämpften Region Bergkarabach (Archiv)

Aufnahme von Oktober 2020 aus der umkämpften Region Bergkarabach (Archiv)

Foto:

Pablo Gonzalez / imago images/Eastnews

Eine Woche vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Armenien hat Aserbaidschan 15 Kriegsgefangene an das Nachbarland übergeben. Sie seien an der Grenze freigelassen worden, teilte das aserbaidschanische Außenministerium am Samstag in der Hauptstadt Baku mit.

Im Gegenzug habe Armenien Vertretern von Aserbaidschan eine Karte überreicht, auf der zu sehen ist, wo armenische Soldaten in einer vormals besetzten Ortschaft Minen verlegt hatten.

Zwischen den beiden Ländern gab es vor rund einem halben Jahr Krieg . Vom 27. September bis 9. November vergangenen Jahres kämpften Armenien und Aserbaidschan um die Konfliktregion Bergkarabach. Aserbaidschan eroberte dabei weite Teile des Gebiets zurück, das es Anfang der Neunzigerjahre verloren hatte. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen.

Der Krieg löste in Armenien eine politische Krise aus. Der unter Druck geratene Regierungschef Nikol Paschinjan will sich am Sonntag nächster Woche im Amt bestätigen lassen.

Armenien warf dem Nachbarland Aserbaidschan mehrfach vor, trotz mehrerer Austausche nicht alle Kriegsgefangenen freigelassen zu haben. Aserbaidschan hingegen erklärte, seine Verpflichtungen erfüllt zu haben. Allerdings fielen diejenigen Soldaten nicht unter diese Vereinbarung, die Armenien nach dem Ende der Kampfhandlungen in »Gebiete von Aserbaidschan geschickt« habe, hieß es in Baku.

fok/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.