AstraZeneca USA streiten über Impfstoffexporte nach Europa

Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca liegen in den USA auf Halde. Dort ist der Impfstoff noch nicht zugelassen. Jetzt würde der Konzern die Dosen gern in die EU exportieren – darf aber nicht.
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Christopher Furlong/ Getty Images

Während andere Länder auf den Impfstoff warten, liegen Millionen von Dosen der AstraZeneca Vakzine in den USA auf Halde – und warten darauf, im Land zugelassen zu werden. Das berichtet die »New York Times «.

Die ungenutzten Dosen sind demnach Thema einer intensiven Debatte zwischen Gesundheitspolitikern im Weißen Haus: Einige von ihnen fordern, die Dosen doch an die Länder zu geben, die den Impfstoff bereits zugelassen haben. Nach Angaben von AstraZeneca betrifft das mehr als 70 Nationen.

Etwa 30 Millionen Dosen liegen derzeit etwa in einer Fabrik des Konzerns in Ohio.

Ein Sprecher von AstraZeneca erklärte, andere Regierungen hätten sich mit der Bitte an die US-Regierung gewandt, ihnen doch Dosen des Impfstoffes abzugeben. Der Konzern habe die US-Regierung daraufhin gebeten, die Anfragen in Betracht zu ziehen. Explizit bat der Konzern die Regierung von Joe Biden, Dosen an die EU abzugeben, wo der Konzern seiner versprochenen Liefermenge bislang nicht nachkommen kann. AstraZeneca versprach, die Dosen zu einem späteren Zeitpunkt in den USA zu ersetzen.

US-Regierung lehnt Export ab

Zunächst lehnte die Regierung den Vorschlag ab. Einige US-Politiker drängten das Weiße Haus, in den nächsten Wochen eine Entscheidung zu treffen. Im Gespräch waren Lieferungen an Brasilien, die EU oder Großbritannien.

Das zögerliche Verhalten der US-Regierung dürfte auch mit dem Versprechen Bidens zusammenhängen, bis Mai Impfstoffe für alle Erwachsenen freizugeben. Biden stellte den Amerikanern in Aussicht, zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli wieder in kleinen Gruppen zusammenkommen und feiern zu können.

Derweil gibt es erneut Probleme mit dem Impfstoff von AstraZeneca: In Dänemark wird vorübergehend niemand mit dem Coronaimpfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens geimpft. Grund dafür seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden seien, wie die dänische Gesundheitsverwaltung mitteilte. Bislang ist allerdings unklar, ob die Blutgerinnsel vom Impfstoff ausgelöst wurden oder eine andere Ursache hatten. Das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland sieht derzeit keinen Anlass für einen ähnlichen Schritt wie in Dänemark.

mfh
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