Naher Osten Sudan normalisiert Beziehungen mit Israel

Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain wird nun auch der Sudan seine Beziehungen zu Israel normalisieren. Das ließ US-Präsident Trump einen Sprecher des Weißen Hauses mitteilen.

Das Weiße Haus spricht von einem "weiteren bedeutenden Schritt zur Schaffung von Frieden im Nahen Osten": Der Sudan hat nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain eine Normalisierung der Beziehungen mit Israel angekündigt. Das teilte Vizesprecher Judd Deere am Freitag unter Berufung auf US-Präsident Donald Trump auf Twitter mit.

Trump bezeichnete die angekündigte Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Sudan und Israel vor Journalisten im Weißen Haus als "historisch". "Der Staat Israel und die Republik Sudan haben vereinbart, Frieden zu schließen", sagte er. Der Präsident hatte sich telefonisch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sowie dem Ministerpräsidenten des Sudan, Abdullah Hamduk, und dem Vorsitzenden des Souveränen Rates des Landes, Abdel Fattah Burhan, zusammengeschaltete. "Das ist ein unglaublicher Deal für Israel und den Sudan. Jahrzehntelang befand sich der Sudan mit Israel im Kriegszustand", sagte Trump.

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Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, Trump habe den Kongress über seine Absicht informiert, den Sudan von der berüchtigten US-Liste staatlicher Unterstützer von Terroristen zu streichen.

Im Gegenzug hatte sich der Sudan bereit erklärt, amerikanische Terroropfer und deren Angehörige zu entschädigen. Die Zahlung von 335 Millionen Dollar (rund 290 Millionen Euro) durch die Übergangsregierung des Sudans sei eingegangen, teilte das Weiße Haus am Freitag mit.

Als Terrorstaat international isoliert - jetzt von der Liste gestrichen

Der Sudan mit seiner überwiegend muslimischen Bevölkerung hatte bislang offiziell - wie viele arabische Länder - keine diplomatischen Beziehungen mit Israel. Vor allem seit dem Sturz des autokratischen Präsidenten Omar Al-Baschir im April 2019 bemüht sich Khartum aber um bessere Beziehungen mit der internationalen Gemeinschaft. Denn der Staat im Nordosten Afrikas mit seinen rund 42 Millionen Einwohnern steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise - daran konnte auch die neue fragile Übergangsregierung von Ministerpräsident Abdullah Hamduk bislang wenig ändern.

Die Einstufung des Sudans als Terrorstaat hatte das Land im Nordosten Afrikas international isoliert. Nach einer Streichung von der Liste dürfte es unter anderem für internationale Firmen und Banken einfacher werden, im Sudan Geschäfte zu machen. Zudem kann die Regierung in Khartum damit auch leichter wieder Zugang zu Hilfen multilateraler Geberinstitutionen bekommen, etwa vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Auf der Terrorliste der USA stehen sonst nur noch die Staaten Nordkorea, Iran und Syrien. Der Sudan wurde dort seit 1993 aufgeführt.

als/hba/dpa

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