Auswärtiges Amt China verweigert deutschem Schiff Einfahrt in Hafen

Anfang August lief die Fregatte »Bayern« in Richtung Asien aus. Auch ein Stopp in China war geplant. Aber Peking hat etwas dagegen.
Die Besatzung der »Bayern« beim Aufbruch in den Indopazifik

Die Besatzung der »Bayern« beim Aufbruch in den Indopazifik

Foto: Sina Schuldt / dpa

Ein halbes Jahr lang soll das Marineschiff »Bayern« unterwegs sein, gerade befindet sich das Ausbildungsschiff im Indopazifik. Ein von der Bundesregierung geplanter Besuch der Fregatte »Bayern« in China ist am Widerspruch aus Peking gescheitert. »China hat nach einer gewissen Bedenkzeit entschieden, dass es keinen Hafenbesuch der deutschen Fregatte »Bayern« wünscht, und das haben wir zur Kenntnis genommen«, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin.

Die Fregatte war am 2. August von Wilhelmshaven aus in den Indopazifik aufgebrochen. Die Bundesregierung hatte bereits im April angekündigt, das sicherheitspolitische Engagement in Asien verstärken und sich dazu vor allem mit Japan enger abstimmen zu wollen. Allerdings sollten die vom Verteidigungsministerium erklärten Ziele – »eine regelbasierte Ordnung, freie Seewege, Multilateralismus« – mit einer freundlichen Geste in Richtung China bei dem nun geplatzten Hafenbesuch verknüpft werden.

Eine Stellungnahme von China zu dem Vorgang gibt es noch nicht. Das Verteidigungs- und das Außenministerium antworteten am Mittwochabend in Peking nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Südchinesischen Meer gibt es einen Gebietskonflikt zwischen China und anderen Anrainerstaaten. Peking beansprucht 80 Prozent des rohstoffreichen Meeres, durch das wichtige Schifffahrtsstraßen führen. Auch Vietnam, die Philippinen, Taiwan, Brunei und Malaysia erheben Gebietsansprüche. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies 2016 die Ansprüche Chinas zurück. Peking ignoriert das Urteil.

muk/dpa/Reuters
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