Nahostkonflikt Bahrain begrüßt Vereinbarung zwischen Israel und Emiraten

Die überraschende Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten stößt auf geteilte Reaktionen. Als erster Golfstaat lobt nun Bahrain das Abkommen.
Der König von Bahrain, Hamad bin Isa al-Khalifa, bei einem Besuch in Moskau 2016

Der König von Bahrain, Hamad bin Isa al-Khalifa, bei einem Besuch in Moskau 2016

Foto: imago stock&people / imago/ITAR-TASS

Das Königreich Bahrain begrüßt die Ankündigung Israels und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), ihre Beziehung zu normalisieren. Wie die staatliche Nachrichtenagentur BNA berichtet, gratulierte der bahrainische König Hamad bin Isa al-Khalifa den Emiraten. Die Vereinbarung sei ein "historischer Schritt des Friedens". Sie werde den Nahen Osten stabilisieren und für Sicherheit, Fortschritt und Wohlstand der Menschen in der Region sorgen. Er habe den Kronprinzen von Abu Dhabi, Mohammed bin Zayed, in einem Telefonat beglückwünscht.

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Donnerstag die Aufnahme diplomatischer Beziehungen verkündet. Eine Übereinkunft zwischen beiden Staaten sieht auch vor, dass Israel vorerst auf geplante Annexionen im Westjordanland verzichtet, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Die Vereinbarung bewahre eine Zweistaatenlösung zwischen Israel und den Palästinensern, teilte Bahrains König Hamad mit.

Bislang galt es als Tabu für arabische Staaten, Abkommen mit Israel zu schließen, bevor der Nahostkonflikt gelöst ist. Israel und die Emirate pflegten Berichten zufolge aber längst heimlich Kontakte. Aus dem arabischen Raum unterhält Israel bislang offizielle Beziehungen nur zu seinen Nachbarn Jordanien und Ägypten. Die Emirate wären nun das dritte arabische Land.

Bahrain war am Samstag der erste der sechs Golfstaaten, der die Vereinbarung begrüßte. Der Golf-Kooperationsrat umfasst neben Bahrain und den Emiraten auch Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und Katar.

Zuvor hatten andere Länder in der Region die Vereinbarung verurteilt. Das iranische Außenministerium erklärte am Freitag, es handele sich um eine "strategische Dummheit", die die "Achse des Widerstands in der Region" nur stärken könne.

Das türkische Außenministerium kritisierte die Ankündigung ebenfalls scharf. Mit der Einigung hätten die Emirate die Interessen der Palästinenser verraten, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums am Freitag. Die Menschen in der Region würden das heuchlerische Verhalten der Emirate niemals vergessen oder vergeben.

Auch die Palästinenserführung verurteilte die Vereinbarung. Das Büro von Präsident Mahmoud Abbas teilte mit, man lehne die "plötzliche Mitteilung" beider Länder ab. Es sei ein Schlag für die saudische Friedensinitiative und die Erklärungen der Arabischen Liga sowie ein aggressives Vorgehen gegen das palästinensische Volk.

Die Bundesregierung begrüßte das Abkommen am Freitag. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von einer "zukunftsweisenden Vereinbarung", die den Ausgleich und die Partnerschaft zwischen Israel und der arabischen Welt voranbringen werde. "Jede Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten ist ein Beitrag zum Frieden in der Region", sagte Seibert. "Und wir hoffen, dass diese Vereinbarung auch wieder den Weg öffnet hin zu einer verhandelten Zweistaatenlösung."

Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) würdigte das Abkommen. "Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein wichtiger Beitrag zum Frieden in der Region. Es ist gut, dass die israelische Regierung ihre Annexionspläne suspendiert", teilte Maas nach einem Telefonat mit Israels Außenminister Gabi Aschkenasi am Freitag mit.

ply/dpa/AFP
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