USA Obama nennt Trumps Corona-Krisenmanagement eine "chaotische Katastrophe"

US-Präsident Donald Trump steht wegen seiner Corona-Politik seit Wochen in der Kritik - nun hat sich auch sein Vorgänger Barack Obama dazu ausgelassen. In einem vertraulichen Gespräch wurde er deutlich.
44. US-Präsident Barack Obama: Vernichtendes Urteil über seinen Nachfolger

44. US-Präsident Barack Obama: Vernichtendes Urteil über seinen Nachfolger

Foto: Vincent Thian/ AP

Die Äußerungen waren eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt: Im Gespräch mit früheren Mitgliedern seiner Regierung hat der frühere US-Präsident Barack Obama den Umgang seines Nachfolgers Donald Trump mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Das zeigt ein Audiomitschnitt der Unterhaltung. Trumps Krisenmanagement sei "eine absolut chaotische Katastrophe", sagte Obama demnach.

Er kritisierte, in Trumps unangemessenen Reaktionen auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie spiegele sich eine Denkweise des "'Was ist für mich drin' und 'Zum Teufel mit allen anderen'" wider. Egoismus und Feinddenken sei zu einem "stärkeren Impuls im amerikanischen Leben geworden".

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. In den Vereinigten Staaten wurden mittlerweile mehr als 1,3 Millionen Infektionen und mehr als 78.000 Corona-Tote gemeldet. Trump wird vorgeworfen, die Pandemie unterschätzt und nicht früh genug auf die Herausforderungen reagiert zu haben. Außerdem lasse er die Bundesstaaten im Kampf gegen das Virus allein und lasse es zu, dass sie miteinander um Schutzausrüstung kämpfen.

"Unser grundlegendes Verständnis des Rechtsstaates in Gefahr"

Obama kritisierte außerdem die Entscheidung des US-Justizministeriums, die Vorwürfe gegen Trumps früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn im Zusammenhang mit der Russlandaffäre fallenzulassen. Flynn hatte sich im Dezember 2017 schuldig bekannt, das FBI über seine Kontakte zum ehemaligen russischen Botschafter Sergej Kisljak belogen zu haben. Später erklärte der Ex-General, das Schuldbekenntnis zurückziehen zu wollen.

Wegen solcher Entscheidungen mache er sich Sorgen, dass "unser grundlegendes Verständnis des Rechtsstaates in Gefahr" sei, sagte Obama seinen früheren Mitarbeitern. Er rief sie daher auf, wie er selbst den designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden im Rennen gegen Trump zu unterstützen. Die US-Präsidentschaftswahl findet Anfang November statt. "Ich hoffe, dass Ihr alle die gleiche Dringlichkeit empfindet wie ich", sagte Obama.

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vks/AFP
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