Obama unterstützt Biden "Alle Qualitäten, die wir gerade jetzt bei einem Präsidenten benötigen"

Präsident Obama und sein damaliger Vize Biden

Präsident Obama und sein damaliger Vize Biden

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SHAWN THEW/EPA-EFE/Shutterstock

US-Demokrat Joe Biden soll Wissen, Empathie und Menschlichkeit wieder zurück ins Weiße Haus bringen: Mit einer knapp zwölfminütigen Videobotschaft hat der frühere US-Präsident Barack Obama dem designierten Präsidentschaftskandidaten seiner Partei offiziell seine Unterstützung ausgesprochen. Sein einstiger Stellvertreter habe "alle Qualitäten, die wir gerade jetzt bei einem Präsidenten benötigen". Biden könne die USA durch "eine der dunkelsten Zeiten" ihrer Geschichte führen und in einer langen Genesungsphase "heilen".

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"Joe als meinen Vizepräsidenten auszuwählen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, und er ist ein enger Freund geworden", sagte Obama weiter. Biden war von 2009 bis 2017 Vizepräsident unter Obama gewesen. Er sei "stolz", Biden jetzt bei seiner Kandidatur zu unterstützen. Dieser werde sich "gute Leute" in sein Team holen, die "tatsächlich verstünden", wie man eine Regierung leite, sagte Obama weiter - offenbar eine Spitze gegen den derzeitigen Amtsinhaber Donald Trump.

Der frühere Regierungschef wandte sich zugleich mit einem einenden Signal an den linken Flügel seiner Partei und lobte die Arbeit von Bernie Sanders. Es sei wichtig, sich auf die Zukunft zu konzentrieren. "Bernie versteht das und Joe versteht das." Wirkliche strukturelle Veränderungen seien nötig. "Die Demokratische Partei muss mutig sein."

Spott aus dem Trump-Lager

Mit der Unterstützung des beliebten Ex-Präsidenten bekommt Biden nun symbolisch wichtige Rückendeckung. Zuvor hatte sich Obama aus dem Vorwahlkampf seiner Partei herausgehalten und keinem der Bewerber offen seine Unterstützung ausgesprochen. Nach dem Rückzug des linken Senators Bernie Sanders vor einigen Tagen steht der 77-Jährige quasi schon als Herausforderer für den Republikaner Trump fest - lange vor dem Ende der Vorwahlen. Die offizielle Kür des Kandidaten soll bei einem Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer folgen.

Bei der Wahl 2016 hatte es erbitterte interne Kämpfe um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gegeben: Sanders hatte sich bereits damals um eine Nominierung bemüht, unterlag bei den Vorwahlen aber seiner internen Konkurrentin Hillary Clinton. Der Kampf zwischen Sanders und Clinton hinterließ in der Partei viel böses Blut. Manche sahen Trumps Wahlsieg 2016 dadurch begünstigt. Ein ähnliches Drama wollen viele Demokraten diesmal mit aller Macht vermeiden.

Trumps Wahlkampfteam reagierte mit Spott auf Obamas Botschaft: Jetzt, da Biden der einzige Bewerber der Partei sei, habe Obama keine andere Wahl, als ihn zu unterstützen. Biden bleibe ein schlechter Kandidat, der sich und seine Partei blamieren werde.

vks/AP/Reuters
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