Diplomatische Krise Russland nennt Ausweisung des US-Vizebotschafters Vergeltungsmaßnahme

Der US-Diplomat Bartle Gorman muss Russland verlassen. Moskau begründete die Entscheidung als Reaktion auf die Ausweisung eines hochrangigen russischen Beamten durch Washington.
US-Spitzendiplomat Bartle Gorman (2021)

US-Spitzendiplomat Bartle Gorman (2021)

Foto: Alexey Maishev / picture alliance/dpa/Sputnik

Die russische Regierung hat sich zum angeblichen Grund für die Ausweisung des stellvertretenden US-Botschafters Bartle Gorman geäußert: Es handele sich um eine Vergeltungsmaßnahme für eine vorhergegangene Ausweisung eines hochrangigen russischen Diplomaten aus Washington, teilte das Außenministerium mit.

Der Name des betroffenen Diplomaten und auch der Zeitpunkt der Ausweisung wurden nicht genannt. »Der amerikanische Diplomat wurde zwar angewiesen, Russland zu verlassen, aber ausschließlich als Reaktion auf die unangemessene Ausweisung des Ministerrats unserer Botschaft in Washington, trotz seines Status als führender Beamter«, teilte das Ministerium mit.

Die Ausweisung von Gorman erfolgte inmitten der Spannungen in der Krise in Osteuropa. Doch damit habe die Entscheidung nichts zu tun, behauptete das russische Außenministerium.

Washington hatte erbost auf die Ausweisung des Spitzendiplomaten reagiert. Sie sei »ohne Grund« erfolgt und stelle einen »Schritt der Eskalation« dar, teilte das US-Außenministerium mit. »Wir prüfen unsere Antwort.«

Die »New York Times« zitierte amerikanische Offizielle mit den Worten, dieser Schritt könnte es erschweren, eine diplomatische Lösung für die Krise zu finden. Gorman war die Nummer zwei in der US-Botschaft nach Botschafter John Sullivan. Er hatte nach US-Angaben ein gültiges Visum und war seit weniger als drei Jahren in Russland im Einsatz. Sullivan bleibt weiterhin in Moskau.

»Wir fordern Russland auf, seine grundlosen Ausweisungen von US-Diplomaten und Mitarbeitern zu beenden«, erklärte das US-Außenministerium. »Jetzt ist es wichtiger denn je, dass unsere Länder das notwendige diplomatische Personal vor Ort haben, um die Kommunikation zwischen unseren Regierungen zu erleichtern.« Beide Länder haben seit geraumer Zeit gegenseitig Diplomaten ausgewiesen – ein Zeichen der verschlechterten diplomatischen Beziehungen.

als/Reuters

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