Diplomatische Krise Russland weist US-Vizebotschafter aus

Russland hat den stellvertretenden US-Botschafter Bartle Gorman in Moskau ausgewiesen. Die Gründe sind nicht bekannt. Die USA prüften eine Reaktion, teilte das Außenministerium in Washington mit.
Bartle Gorman (Archivaufnahme)

Bartle Gorman (Archivaufnahme)

Foto: Alexey Maishev / picture alliance/dpa/Sputnik

Russland hat inmitten der Spannungen in der Krise in Osteuropa den stellvertretenden Leiter der US-Botschaft in Moskau ausgewiesen. Die Ausweisung des Spitzendiplomaten Bartle Gorman sei »ohne Grund« erfolgt und stelle einen »Schritt der Eskalation« dar, teilte das Außenministerium in Washington mit. »Wir prüfen unsere Antwort.«

Die »New York Times« zitierte amerikanische Offizielle mit den Worten, dieser Schritt könnte es erschweren, eine diplomatische Lösung für die Krise zu finden. Gorman war die Nummer zwei in der US-Botschaft nach Botschafter John Sullivan. Er hatte nach US-Angaben ein gültiges Visum und war seit weniger als drei Jahren in Russland im Einsatz. Sullivan verbleibt weiterhin in Moskau.

»Wir fordern Russland auf, seine grundlosen Ausweisungen von US-Diplomaten und Mitarbeitern zu beenden«, erklärte das US-Außenministerium. »Jetzt ist es wichtiger denn je, dass unsere Länder das notwendige diplomatische Personal vor Ort haben, um die Kommunikation zwischen unseren Regierungen zu erleichtern.« Beide Länder haben seit geraumer Zeit gegenseitig Diplomaten ausgewiesen – ein Zeichen der verschlechterten diplomatischen Beziehungen.

US-Präsident Biden sagte, er befürchte, dass Russland in den kommenden Tagen die Ukraine angreifen könnte. Moskau hat in der Grenzregion rund 150.000 Soldaten sowie Kriegsgerät zusammengezogen. Die Nato sieht bislang keine Anzeichen dafür, dass ein vom Kreml angekündigter Truppenabzug tatsächlich stattfindet. Stattdessen befürchtet das Militärbündnis, dass Russland einen Vorwand für eine Invasion der Ukraine sucht.

Russland verlangte unterdessen den vollständigen Abzug aller US-Truppen aus Mittel- und Osteuropa. Das geht aus dem Antwortschreiben der Regierung in Moskau auf ein US-Angebot hervor. Zudem erwarte Russland von den USA und der Nato konkrete Vorschläge dazu, dass sich das transatlantische Bündnis nicht weiter nach Osten ausdehne. Die USA haben entsprechende Forderungen wiederholt abgelehnt; zudem haben die US-Regierung und auch die Nato betont, jedes Land sei bei der Wahl seiner Bündnismitgliedschaften frei. Die Forderung Russlands nach einer Garantie, dass die Ukraine nicht der Nato beitreten werde, haben die USA und die Allianz bereits abgelehnt.

als/ulz/AFP/Reuters
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