Gelagertes Ammoniumnitrat Ex-Besitzer von Frachtschiff weist Mitverantwortung für Explosion zurück

Die verheerende Explosion in Beirut soll mit großen Mengen an Ammoniumnitrat zusammenhängen, die im Hafen der Stadt lagerten. Der Ex-Besitzer des Frachters, der die Chemikalien transportierte, verweist auf die Behörden.
Zerstörter Hafen von Beirut nach den Explosionen

Zerstörter Hafen von Beirut nach den Explosionen

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WAEL HAMZEH/EPA-EFE/Shutterstock

Große Mengen Ammoniumnitrat sollen vor Jahren auf dem Schiff "Rhosus" in den Hafen von Beirut gelangt sein – und zur katastrophalen Explosion in der libanesischen Hauptstadt am Dienstag geführt haben, bei der mindestens 135 Menschen starben.

Der frühere Besitzer des Frachters, der unter moldauischer Flagge fuhr, weist jedoch eine Mitverantwortung von sich. Die Behörden des Landes hätten der Besatzung im November 2013 die Weiterfahrt untersagt und die Ladung beschlagnahmt, da sie als gefährlich eingestuft worden sei, sagte der russische Geschäftsmann Igor Gretschuschkin der Zeitung "Iswestija".

Nach seiner Darstellung begründete der Libanon damals seine Entscheidung mit fehlenden Dokumenten. Außerdem hätten die Behörden Bedenken wegen der Transportbedingungen des gefährlichen Stoffes gehabt, sagte er. Weil das Schiff nicht habe weiterfahren dürfen, sei sein Geschäft lahmgelegt gewesen. Er habe Strafe zahlen müssen und sei deshalb bankrott gegangen, behauptete der Geschäftsmann. Er wisse nicht, wer danach für die "Rhosus" verantwortlich gewesen sei.

Das Frachtschiff war von Georgien nach Mosambik im Süden Afrikas unterwegs. Der russische Kapitän, Boris Prokoschew, sagte der Zeitung, in Beirut habe zusätzliche Fracht abgeholt werden sollen. Weil die Hafensteuer nicht gezahlt worden sei, sei das Schiff festgesetzt worden. In anderen Berichten war auch die Rede davon, dass der Besatzung Treibstoff und Proviant ausgegangen seien. Alle Besatzungsmitglieder hätten das Land verlassen, sagte Prokoschew.

Nach Angaben der libanesischen Regierung vom Vorabend wurden bei der Explosion am Dienstag mindestens 135 Menschen getötet, etwa 5000 wurden verletzt. Die genaue Ursache ist noch unklar. Sie steht nach unterschiedlichen Berichten in Verbindung mit großen Mengen Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne angemessene Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden sein sollen. Eine Untersuchungskommission soll bis zur kommenden Woche einen ersten Bericht vorlegen.

mes/dpa
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