Katastrophe in Beirut
Israel will Verletzte aus dem Libanon auf Zypern versorgen
Die libanesische Regierung will nach der Katastrophe von Beirut Hilfsangebote aus Israel nicht annehmen. Nun macht sich ein Team von Ärzten aus Tel Aviv bereit, bei Bedarf auf Zypern Verletzte zu versorgen.
Offiziell befinden sich Israel und Libanon im Krieg. Doch nach den katastrophalen Explosionen in Beirut hat Israel der libanesischen Regierung Hilfe angeboten. Die wurde zunächst abgelehnt. Nun will Israel bei der Versorgung von Opfern helfen, sollten diese nach Zypern ausgeflogen werden.
Entsprechende Medienberichte aus Israel bestätigte ein Sprecher der zypriotischen Regierung. Kyriakos Koushos sagte, die israelische Regierung habe mitgeteilt, sie sei bereit, medizinisches Personal nach Zypern zu entsenden, sollten Verletzte aus dem Libanon auf die Insel gebracht werden.
Die Zeitung "Jedioth Ahronoth" hatte zuvor berichtet, das Scheba-Krankenhaus bei Tel Aviv arbeite daran, ein Team zusammenzustellen, das nach Zypern fliegen könnte. Die Insel ist etwa 40 Flugminuten vom Libanon entfernt.
Zuletzt hatten an der Grenze die Spannungen zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah zugenommen. Die Hisbollah ist an der libanesischen Regierung beteiligt. Sie wird von Iran unterstützt, dessen Regime Israel regelmäßig mit Vernichtung droht.
Solidaritätsbekundungen wie das Erleuchten des Rathauses von Tel Aviv in den Nationalfarben Libanons stießen in Israel vor allem bei rechten Politikern auf große Kritik. Einem Bericht der Zeitung "Haaretz" zufolge sagte etwa Jerusalem-Minister Rafi Peretz, es sei richtig, dem Libanon humanitäre Hilfe anzubieten. Die Fahne eines verfeindeten Staates im Herzen Tel Avivs wehen zu lassen, sei aber moralisch fragwürdig.