Proteste nach Explosionen Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Beirut

In Beirut demonstrieren nach den Explosionen Bürger auf den verwüsteten Straßen. Sie werten die Katastrophe als Beleg für das Versagen der Regierung.
Sicherheitskräfte setzen Tränengas gegen Demonstranten ein: Auf den verwüsteten Straßen Beiruts protestieren Bürger gegen die Regierung des Libanon

Sicherheitskräfte setzen Tränengas gegen Demonstranten ein: Auf den verwüsteten Straßen Beiruts protestieren Bürger gegen die Regierung des Libanon

Foto: Hassan Ammar/ AP

Zwei Tage nach den verheerenden Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind Sicherheitskräfte mit aufgebrachten Demonstranten aneinandergeraten. In einer durch die Detonationen verwüsteten Straße nahe dem Parlament setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein.

Protestierende hätten Steine auf die Einsatzkräfte geworfen und Geschäfte beschädigt, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Einige Demonstranten seien bei dem Einsatz der Sicherheitskräfte verletzt worden.

Polizisten im Einsatz während des Protests regierungskritischer Demonstranten

Polizisten im Einsatz während des Protests regierungskritischer Demonstranten

Foto: Hassan Ammar/ dpa

Die Menschen auf den Straßen sehen die Explosionen als Beleg für die Inkompetenz der Regierung - ein Vorwurf, der in der libanesischen Bevölkerung weitverbreitet ist. Schon vor der Katastrophe hatte es immer wieder Demonstrationen gegen die Regierung gegeben, der viele Bürger auch Korruption vorwerfen.

Der Libanon steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Krise war in den vergangenen Monaten durch die Corona-Pandemie verschärft worden.

Durch die zwei gewaltigen Explosionen am Dienstagabend waren große Teile der libanesischen Hauptstadt schwer beschädigt worden. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 137 Menschen getötet und mehr als 5000 weitere verletzt. Explodiert waren nach den Behördenangaben 2750 Tonnen Ammoniumnitrat, das jahrelang ohne die nötigen Sicherheitsvorkehrungen in einer Lagerhalle am Hafen untergebracht gewesen war. Ammoniumnitrat kann für Düngemittel und zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden.

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Die genauen Ursachen der Explosionen sind noch ungeklärt. 16 Hafen-Mitarbeiter seien inzwischen in Gewahrsam genommen worden, teilte die Militärstaatsanwaltschaft mit.

cop/AFP
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